Einer der Vorreiter für die Weiterentwicklung der Effizienztechnologie hin zu einer regenerativen Versorgung und Systemintegration sind die Stadtwerke Lemgo. Über die Kombination einer Abwasserwärmepumpe mit einem BHKW mit zusätzlicher Brennwertnutzung - über eine weitere Wärmepumpe - wird eine Mischtemperatur von 90⁰ Celsius in Kombination mit Motorwärme erreicht. "Diese Temperatur reicht für den Betrieb des Lemgoer Wärmenetzes im Sommer und in der Übergangszeit aus", berichtete Uwe Weber, Bereichsleiter für Strom- und Wärmeerzeugung und Bäder.
Die Abwasserwärmequelle steht mit 1.685 kW zu 95 Prozent des Jahres bereit, die Höchstleistung beträgt 2.470 kW. Bei einer Betriebsdauer von 7.500 Stunden/a wird die erzeugte Wärmemenge 26 GWh betragen. Der Anteil regenerativer Wärme für den Stadtkern Lemgos beträgt dann 85 Prozent, im gesamten Wärmenetz der 40.000 Einwohner zählenden Stadt wird ein Anteil von 15 Prozent erreicht. "Ein großer Vorteil ist auch, dass wir durch die Einbindung der Wärmepumpen sehr flexibel sind", sagte Weber.
Für Biomethan-Nahwärme Stilllegungskapazitäten übertragen
Zukunftsweisend ist auch die regenerative Nahwärmeversorgung eines Neubaugebiets im bayerischen Windsbach durch das Münchener Unternehmen Landwärme und Zusammenarbeit mit dem örtlichen Unternehmen Wärme Natürlich. Hierzu wurde eine Wärmezentrale mit zwei BHKW von Erdgas auf Biomethan umgestellt. Die erste Ausbaustufe liegt bei 140 kWel, die zweite Ausbaustufe bei 400 kWel. "Für die Umstellung auf Biomethan von übertrugen wir Stilllegungskapazitäten von Erdgas-BHKW. Hierdurch kann die attraktive, ältere EEG-Vergütung genutzt werden", berichtete Landwärme-Projektentwickler Christian Löffler. Möglich macht dies der Bestandsschutz im EEG 2014 für Biomethan.
Aktiv bei der Umstellung auf eine regenerative, KWK-gestützte Nah- und Fernwärmeversorgung sowie Eigenstromerzeugung ist auch Bad Neuenahr-Ahrweiler, wie Johannes von Bergen von den Ahrtal-Werken berichtete. Eingebunden wird hierbei Biomethan, Biomasse, Solarthermie und über Industriewärmepumpen Quellwasser.
Potenzial der Effizienztechnologie anreizen
Einig waren sich die Referenten und Teilnehmer allerdings, dass die Rahmenbedingungen noch nicht passen und die KWK als Effizienztechnologie, unter anderem durch eine Umlagenbefreiung, in ihrem vollen Potenzial angereizt wird. (hcn)



