Wärme

AVG: Energiewald zum zweiten Mal geerntet

In Aschaffenburg nutzt der örtliche Versorger Energiewälder, um Strom zu produzieren. Die zweite Ernte erbrachte den Energiewert von 100 000 Liter Heizöl.
13.04.2018

Gute Ernte: Energiewälder der AVG bei Aschaffenburg

Das Heizen mit erneuerbaren Energien nimmt seit Jahren einen starken Aufschwung, und ganz vorne dabei ist Holz in Form von Hackschnitzeln. Manche Hackschnitzel werden aus sogenannten Energiewäldern gewonnen, also Wäldern mit schnell wachsenden Baumsorten, in denen all drei bis vier Jahre geernet werden kann. Doppelt umweltschonend ist es, wenn die Wälder, die die Hackschnitzel liefern, auf Flächen stehen, die von Erosion bedroht sind oder der Trinkwassergewinnung dienen. Auch der Schutz vor Verkehrslärm kann ein gutes Zusatzargument für die Anplanzung eines Energiewaldes sein.

Die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH hat im Leiderer Hafen, der Altstadt gegenüber auf der anderen Mainseite, im Jahre 2010 ein Biomasseheizkraftwerk errichtet. Dort werden Holzhackschnitzel in Strom, Fernwärme und Nutzwärme zur Trocknung von Klärschlamm umgewandelt. Einen wichtigen Faktor zur Holzgewinnung bildet dabei der firmeneigene Energiewald aus schnellwachsenden Hölzern, der auf vorherigen Ackerflächen angebaut wurde. Als Baumarten wurde Pappeln, Weiden und Robinien gewählt.

6,5 Hektar großer Energiewald

Die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH betreibt seit 2009 eine und seit 2010 eine zweite Fläche – zusammen rund 6,5 Hektar – in einem Wasserschutzgebiet als Kurzumtriebsplantage (KUP). Der acht bis neun Jahre alte Wald konnte zwischen dem 26. März und 10. April zum zweiten Mal beerntet werden. Weiden, Pappeln und auch Robinien haben die Eigenschaft, aus dem stumpf unverzüglich wieder auszuschlagen – bekannt ist das seit alters her von den Kopfweiden, die die Ruten für die Korbmacher lieferten.

Die jetzt in Aschaffenburg gewonnenen Holzhackschnitzel haben denselben Energiewert wie rund 100 000 Liter Heizöl. Die Ernte erfolgte dabei durch einen Maishäcksler mit speziellem Erntevorsatz. Der Wald, der von der spezialisierten Firma Wald 21 angelegt worden ist, lieferte mit einer Erntemenge mit rund sieben Tonnen Holz (atro) pro Hektar und Jahr mehr als doppelt so viel wie bei der ersten Ernte 2014. (sig)