Künftig soll ein deutlich höherer Bezug an Energie aus dem Bremer Müllheizkraftwerke den Primärenergiefaktor der SWB-Wärmelieferungen deutlich senken.

Künftig soll ein deutlich höherer Bezug an Energie aus dem Bremer Müllheizkraftwerke den Primärenergiefaktor der SWB-Wärmelieferungen deutlich senken.

Bild: © swb

Die Bremer EWE-Tochter SWB wird auch in den nächsten zehn Jahren rund 24.000 Wohnungen des Wohnungsbauunternehmens GEWOBA in der Hansestadt mit Fernwärme versorgen. Bemerkenswert an dem neuen Liefervertrag ist dabei seine konkrete Ausgestaltung. Neu ist dabei, dass in der Vereinbarung beide Seiten gemeinsame Ziele zur Förderung des Klimaschutzes beschreiben. "Hierzu gehören Anreize zur energetischen Gebäudesanierung, zur Wärmenetzsanierung und zum Primärenergiefaktor", präzisiert ein SWB-Sprecher auf ZfK-Anfrage. Auch ein transparentes Brennstoff-Reporting wurde festgelegt. Mit diesem soll die Entwicklung der CO2-Emissionen nachvollziehbar sein. "In Abstimmung mit der GEWOBA wurde auch vertraglich fixiert, welche Netze wann saniert werden, um die Wärmeverluste zu reduzieren", ergänzte der Sprecher.

"Der Vertrag reicht weit über konventionelle Wärmelieferverträge hinaus. Er regelt, wie historisch gewachsene Versorgungsstrukturen in moderne Lösungen überführt und damit konkrete Anreize für Effizienzsteigerungen und eine Verminderung des CO2-Ausstoßes gegeben werden", sagte Bremens Bau- und Umweltsenator Joachim Lohse. Der Wärmebedarf der GEWOBA in Bremen liegt bei rund 180.000 MWh pro Jahr. "Im Sinne der Klimaschutzziele Bremens setzen beide Parteien auf deutlich ambitionierte Einsparungen beim Primärenergieverbrauch und reduzieren ihre CO2-Emissionen damit deutlich", erklärte der SWB-Vorstandsvorsitzende Torsten Köhne.

Neue Verbindungsleitung vom Müllheizkraftwerk

Ermöglicht werden sollen die jährlichen CO2-Einsparungen von rund 100.000 Tonnen im Jahr durch den Bau einer neuen, sieben Kilometer langen Verbindungsleitung vom Müllheizkraftwerk in Findorff durch Schwachhausen Richtung Hastedt. Durch diese kann künftig ein Drittel mehr Energie aus Abfall eingesetzt und die Kohlenutzung deutlich reduziert werden. Die SWB wollen bis Mitte der 2020er Jahre ihre beiden Kohleblöcke stilllegen. Der Investitionsbedarf für die Verbindungsleitung und die Modernisierung des Fernwärmenetzes wird laut dem Unternehmen Investitionen in Höhe von 51 Mio. Euro nach sich ziehen.

Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender der GEWOBA, nannte den Vertrag "einen Meilenstein für die Erreichung der Bremer Klimaschutzziele". Der Brennstoffreport mache die Anstrengungen für eine noch umweltfreundlichere Wärmeversorgung "transparent für alle Beteiligten: die Vertragsparteien und unsere gemeinsamen Kunden". Die von dem Vertrag betroffenen Versorgungsgebiete haben laut SWB je nach verwendetem Brennstoff unterschiedliche Primärenergiefaktoren (PEF). Das größte Versorgungsgebiet wird beispielsweise aus einem mit Steinkohle befeuerten Heizkohlekraftwerk versorgt und hat einen PEF von 0,8. Ziel der SWB ist es, die PEF an den unterschiedlichen Erzeugungsstandorten signifikant zu senken. Dem Wohnungsbauunternehmen habe man vertraglich zugesichert, dass es von einem sinkenden Primärenergiefaktor profitiere, präzisierte der SWB-Sprecher. (hoe)

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