Das Forum Nachhaltige Holzenergie (FNH) möchte insbesondere die Dekarbonisierung der Kohlekraftwerke und Industrie vorantreiben.

Das Forum Nachhaltige Holzenergie (FNH) möchte insbesondere die Dekarbonisierung der Kohlekraftwerke und Industrie vorantreiben.

Bild: © Gerhard Seybert/stock.adobe.com

Das FNH spricht sich für den Einsatz von Biomasse in Steinkohlekraftwerken aus. Aber ist eine Umrüstung nicht sehr aufwendig und kostenintensiv?

Frank Schauff: Grundsätzlich wollen wir die Dekarbonisierung von Kohlekraftwerken und in der Industrie vorantreiben. Daher sehen wir auch den Schulterschluss mit der Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Branche als richtig an. Denn Holz zu verarbeiten, ohne Strom und Wärme parallel zu produzieren, wäre Ressourcenverschwendung. Ein Steinkohlekraftwerk könnte exemplarisch innerhalb von ein bis zwei Jahren technisch umgerüstet werden. Dabei gibt es keine definitive Grenze, wie groß oder klein ein Kraftwerk sein muss. Eine Umrüstung kostet rund 300 Euro pro Kilowatt, was weit unter Neubaukosten liegt. Das hat die Enervis Energy Beratung in ihrer Studie „Ermittlung des Förderbedarfs für die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Biomasse“ durchgerechnet.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen ZfK-Februarausgabe ab 06. Februar auf Seite 16.

Wobei es von dem jeweiligen Standort und weiterer Begebenheiten abhängt, wie aufwändig sich die Umrüstung jeweils darstellt. Gemessen an den Erfahrungen unserer Nachbarstaaten ist das eine tragfähige Lösung, um aus Kohle auszusteigen und so von schwarzer auf grüne Energieerzeugung in kürzester Zeit zu wechseln. Nehmen wir beispielsweise RWE, welche in ihrem niederländischen Kraftwerk Amer Holzpellets einsetzen. Pro Jahr werden damit rund 2,4 Mio. Tonnen CO2 im Vergleich zu fossilen Brennstoffen eingespart.

Frank Schauff ist der Geschäftsführer der FNH.Bild: © Forum Nachhaltige Holzenergie

Die CO2-Neutralität von Holz wird aber diskutiert. Ein alter Baum, der verarbeitet wird, setzt das CO2 von Jahrzehnten frei. Ein junger Baum kann diese Menge in kurzer Zeit nicht kompensieren bzw. speichern.

Schauff: Dieses Bild ist zu primitiv. Es geht darum, ein Fließgleichgewicht zu erreichen, bei dem CO2 durch nachwachsende Bäume absorbiert wird. Es wächst ja nicht nur ein einzelner Baum zum gegebenen Zeitpunkt nach. Solange Nachhaltigkeitskriterien, die wissenschaftlich begründet sind, angewandt werden, sollte es keine Probleme mit der Absorption von CO2 aus der energetischen Nutzung von Holzbiomasse geben. Zu beachten ist in dieser Diskussion aber auch, dass ausgewachsene Bäume kaum noch CO2 speichern, von daher ist die Speicherfähigkeit eines nachhaltig bewirtschafteten höher als eines naturbelassenen, alten Waldes.
Wir sind in diesem Zusammenhang auch dafür, dass kein Raubbau betrieben und Holz in erster Linie stofflich genutzt werden sollte. Sollte es so zukünftig zu einem aktiveren Holzbau kommen, wird es dabei in der Forst- und Sägewerkswirtschaft proportional zu einem höheren Anfall von energetisch sinnvoll zu nutzenden Rest- und Abfallstoffen kommen. 

Die Fragen stellte Adrian Gun; das vollständige Interview lesen Sie in der neuen ZfK-Ausgabe am 06. Februar auf Seite 16.

Forum Nachhaltige Holzenergie (FNH)

Das FNH wurde im März 2021 gegründet. Unter seinem Dach organisieren sich Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Nutzung nachhaltiger Holzenergie, wie Energieunternehmen, Unternehmen der Forstwirtschaft, Maschinenbauer oder Pelletproduzenten.

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