Der globale Kohle- und Gasbedarf dürfte dieses Jahr deutlich zulegen.

Der globale Kohle- und Gasbedarf dürfte dieses Jahr deutlich zulegen.

Bild: © Picture Alliance/dpa

Das Heizkraftwerk Nord in Chemnitz ist das Herz der Wärme- und Stromversorgung von Ostdeutschlands viertgrößter Stadt mit 247.000 Einwohnern. Doch schon 2023 soll Schluss sein mit der klimaschädlichen Kohleverfeuerung. Nach den Plänen sollte Block B 2023 und Block C Ende 2029 abgeschaltet werden. Nun wird das komplette Aus in zwei Jahren erwogen. Als Grund für den früheren Ausstieg nennt Eins Energie eine "dramatische Entwicklung" bei den CO2-Preisen.

Kostete ein Zertifikat für eine Tonne CO2 im Schnitt des vergangenen Jahres knapp 25 Euro, waren es im Juni laut Emissionshandelsstelle mehr als 52 Euro. Eins rechnet dadurch in diesem und den kommenden Jahren mit Verlusten für den Betrieb des Kraftwerkes im zweistelligen Millionenbereich. Die Entscheidung über ein vorgezogenes Aus für die Braunkohle-Verfeuerung obliegt nun dem Aufsichtsrat.

Sieben Gasmotoren bilden den Hauptbestandteil

Knapp eine Million Tonnen CO2 bläst das Kraftwerk, das 95 Prozent der Fernwärme liefert, nach Angaben von Eins Jahr für Jahr in die Luft. Um das zu ändern hat der Energieversorger ein Investitionsprogramm von 400 Mio. Euro gestartet. Das neue Herz auf dem Kraftwerksgelände Nord sind sieben Gasmotoren.

Die Arbeiten hinken mehrere Monate dem ursprünglichen Plan hinterher, wie Projektleiter Tino Schlemmer einräumt. "Die Netzschaltung muss bis Ende 2022 kommen. Das ist eine Herausforderung aber machbar." Zum Gesamtprojekt gehören weitere Vorhaben wie ein Kraftwerk mit fünf Gasmotoren in Altchemnitz, der Bau von Heißwassererzeugern und eine Optimierung des Fernwärmenetzes.

Pläne für das Holz-Heizkraftwerk auf Eis

Ein Ende fossiler Energieträger ist derweil in Chemnitz nicht in Sicht. Pläne für ein mit Holz betriebenes Heizkraftwerk im Stadtteil Siegmar wurden ad acta gelegt, weil sich die Kosten als viel zu hoch erwiesen. "Rein regenerativ ist eine Stadt in dieser Größenordnung derzeit nicht sicher zu versorgen", Schlemmer.

Immerhin soll mit dem Einsatz von Gas als Brennstoff, das aus Russland stammen wird, der CO2-Ausstoß um rund 60 Prozent gedrückt werden. Das sei etwa so viel wie 260.000 Autos im Jahr verursachen. Und die Bilanz könnte sich noch bessern, indem Biogas, synthetisches Gas oder grüner Wasserstoff beigemischt werden, heißt es. (dpa/gun)

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