Etwa 12 bis 13 Prozent des Hamburger Trinkwasserbedarfs werden aus der Nordheide gedeckt.

Etwa 12 bis 13 Prozent des Hamburger Trinkwasserbedarfs werden aus der Nordheide gedeckt.

Bild: © Jonas Tebbe/Unsplash

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan und der Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke (HEnW) Christian Heine haben am Freitag den aktuellen Stand des Konzepts zur Vollendung des Hamburger Kohleausstiegs vorgelegt. Das Heizkraftwerk Tiefstack soll als letztes Hamburger Kohlekraftwerk durch verschiedene klimaneutrale Wärmelösungen ersetzt werden. Dazu gehören u.a. Abwärme aus Industrie und Müllverbrennung, Power-to-Heat und vor allem Flusswärmepumpen, die Wärme aus der Norderlebe und der Bille gewinnen sollen, teilt die HEnW mit.

Zusätzliche Wärmelieferungen kommen aus Abwärme der Kupferhütte Aurubis sowie der Müllverwertung Borsigstraße, die durch technologische Innovationen die Wärmelieferung künftig deutlich erhöhen kann. Zur Absicherung der Wärmeversorgung in Spitzenlastzeiten wird das bestehende Heizkraftwerk Tiefstack auf den wahlweisen Einsatz von Erdgas oder nachhaltiger Biomasse aus Rest- und Schadholz umgestellt. Eine neue Wind-zu-Wärme-Anlage, ein großer Wärmespeicher sowie ein saisonaler Aquiferspeicher erhöhen die Flexibilität und runden das Konzept ab.

Kohleausstieg könnte bereits 2028/29 erfolgen

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, sagte bei der Veranstaltung: "Die Abwärme aus Aurubis und die zusätzliche Wärmeauskopplung aus der Müllverbrennungsanlage Borsigstraße werden bereits 2025 in vollem Umfang zur Verfügung stehen und den Einsatz von Kohle in Tiefstack deutlich reduzieren. Wir werden damit den Anforderungen des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes gerecht, den Einsatz von Kohle bis zum endgültigen Ausstieg weitestgehend zu reduzieren." Der Kohleaussteig soll bis spätestens 2030 vollzogen sein - mit dem vorgestellten Konzept sehen "wir die Chance, den Ausstieg ein bis zwei Jahre früher möglich zu machen".

CO2-Emissionen sinken um bis zu 80 Prozent

Mit der Fertigstellung des Energieparks Tiefstack sinken die CO2-Emissionen der zentralen Hamburger Stadtwärmeversorgung gegenüber heute um 70 bis 80 Prozent Der Kohleausstieg wird bis spätestens 2030 umgesetzt. Die Hamburger Energiewerke leisten mit den Energieparks Hafen und Tiefstack den größten Einzelbeitrag zum Erreichen von Hamburgs Klimazielen.
 
Den größten Anteil grüner Wärme sollen künftig Flusswärmepumpen zum Energiepark Tiefstack beisteuern, die ihre Wärme überwiegend aus Bille und Elbe gewinnen. Die beiden Wärmepumpen können mit zusammen rund 230 Megawatt Leistung 130.000 Haushalte mit grüner Wärme versorgen und wären derzeit die größten in Deutschland geplanten Anlagen. Das Konzept stellt sich nun auch der Diskussion in der breiten Öffentlichkeit. (gun)
 

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