Eon-CEO Leonhard Birnbaum und Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, haben gemeinsam eine digitale Wärmekarte für ganz Deutschland vorgestellt. Die interaktive Anwendung zeigt den aktuellen Stand der Wärmeversorgung in allen rund 11.000 Kommunen und rund 30.000 Postleitzahlgebieten des Landes. Damit will der Energiekonzern nach eigenen Angaben ein flächendeckendes und frei zugängliches Instrument bereitstellen, um den Einstieg in die kommunale Wärmeplanung zu vereinfachen und die Energiewende im Wärmesektor zu unterstützen.
Kommunen und Bürger erhalten demnach zum ersten Mal die Möglichkeit, sich einen Überblick über den Status Quo der Wärmewende vor Ort zu verschaffen. Die Karte zeigt den Wärmebedarf, die CO2-Emissionen, die Verteilung der Heiztechnologien und die Sanierungsraten im Gebäudebestand an – für jedes Bundesland, jede Stadt und jede kleine Gemeinde oder das Postleitzahlengebiet. Länder und Kommunen haben damit eine Grundlage, um den Grad der Herausforderung vor Ort zu erfassen und mit der konkreten Planung zu beginnen, so Eon.
Faktenbasierte Diskussion
"Als Energiepartner von rund 6000 Kommunen in Deutschland werden wir im zweiten Schritt konkret über Lösungen sprechen", kündigte Birnbaum an. Eon wolle dabei "pragmatisch vor Ort feststellen", wie die Wärmewende umgesetzt werden soll.
"Als größter Stromnetzbeitreiber haben wir ein großes Interesse an einer faktenbasierten Diskussion", so der Manager weiter. Die Elektrifizierung der Wärmeversorgung werde die Stromnetze enorm belasten. "Deshalb möchten wir so früh wie möglich in die Wärmeplanung einbezogen werden."
Effiziente Umsetzung
Die Wärmekarte flankiere das neue Wärmeplanungsgesetz der Bundesregierung, ergänzte Bundesbauministerin Klara Geywitz. "Wir brauchen Wärmeplanung überall, um die Wärmewende so effizient wie möglich, und damit auch so günstig wie möglich, umzusetzen."
Dabei sei klar, dass Erdgas nicht die billigste Form des Heizens bleiben könnne; dafür sorge allein schon die steigende CO2-Bepreisung. Große Potenziale sieht die Ministerin in der Abwärme und Flusswärme. Auch in der Geothermie schlummere noch ein "ungenutzter Schatz".
Planung frühzeitig anstoßen
Die Wärmekarte basiert auf einer Technologieplattform des Eon-Unternehmens DigiKoo, das Kommunen und andere Akteure bei einer digitalen und effizienten Wärmeplanung unterstützt. Die Daten für die digitale Anwedung stammen dabei aus öffentlichen Quellen oder Daten von Energieunternehmen; private Kundendaten seien nicht miteinbezogen worden. Bei kleineren Ortschaften dürften die statistischen Abweichungen höher ausfallen als etwa in Metropolen, sagte ein Sprecher von DigiKoo.
Eon-Chef Birnbaum mahnte anlässlich der Vorstellung der Wärmekarte dazu, den Prozess der kommunalen Wärmeplanung rasch anzustoßen und relevante Akteure wie Stromnetzbetreiber und Fernwärmenetzbetreiber so früh wie möglich einzubinden. "Unsere Experten haben nur begrenzte Kapazitäten", so der Manager. "Wenn alle Kommunen gleichzeitig mit der Planung anfangen, stoßen wir irgendwann an unsere Grenzen." (jk)
Zur Wärmekarte geht es hier.



