Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Bild: © Brudertack69/AdobeStock.com

Experten sehen die Nutzung von Erdwärme in Hessen im Aufwind. Aktuell sei ein Anstieg der jährlich errichteten Anlagen zu verzeichnen, sagte der Diplom-Geologe Sven Rumohr vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf dpa-Anfrage in Wiesbaden. Dies sei eine Folge steigender Energiepreise und der gleichzeitig guten Möglichkeiten für eine staatliche Unterstützung.

«Das geothermische Potenzial ist in Hessen grundsätzlich an jedem Standort ausreichend, um Wohngebäude und auch größere Gewerbeobjekte wirtschaftlich und Primärenergie-einsparend mit Heizwärme und Warmwasser versorgen zu können», erläuterte der Geologe.

Private Wohngebäude im Fokus

Bislang werde in Hessen über etwa 9500 oberflächennahe Anlagen Erdwärme gewonnen. Diese bis zu 300 Meter tiefen Geothermiesonden versorgen überwiegend private Wohngebäude mit Wärme, wie Rumohr erklärte. «Aber auch sehr große Gebäude wie der neue Henninger Turm in Frankfurt können geothermisch mit Wärme versorgt werden.»

Das geothermische Potenzial, das durch die Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Untergrundes bestimmt wird, sei aber nicht an jedem Standort gleich, erläuterte der Geologe. Erdwärmesonden, die am häufigsten zur Gewinnung von Erdwärme eingesetzt werden, haben meist Tiefen bis 100 Meter. Die mittlere Temperatur dort betrage in Hessen überwiegend zwischen 10 Grad Celsius in Höhenlagen und etwa 13 Grad Celsius in tieferen Regionen.

Errichtung von Erdwärmesonden

In einem vom HLNUG initiierten Projekt werden aktuell in 17 hessischen Baugebieten Erdwärmesonden errichtet, an denen sich Bauinteressierte über diese Art der Energiegewinnung informieren können.

Wasserschutzgebiete sind allerdings tabu. Dieses Verbot betrifft nach den Worten von Rumohr rund 16 Prozent der bebaubaren Ortslagen von Hessen. Möglich sei jedoch auch dort meist die Errichtung von Erdwärmekollektoren, die nur Tiefen von wenigen Metern erreichen.

Hohes Potential im Oberrheingraben

Nach Einschätzung des Geologen gibt es außerdem insbesondere im Oberrheingraben ein sehr hohes Potenzial an Tiefengeothermie, bei der mit Bohrtiefen von einigen tausend Metern über 100 Grad Celsius heißes Wasser erschlossen wird. Mit dieser Wärme könnten ganze Gemeinden oder Stadtviertel versorgt oder Strom produziert werden. (dpa/amo)

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