Die Stadtwerke Lemgo in Ostwestfalen erhöhen zum August ihre Fernwärmepreise um rund 13 Prozent, für einen Durchschnittshaushalt bedeutet dies laut Lokalpresse monatliche Mehrkosten von rund 19 Euro. Damit endet eine achtjährige Phase mit stabilen Wärmepreisen. "Ausgerechnet für die klimaschonende Fernwärmeerzeugung in unseren Kraftwerken fallen jetzt CO2-Abgaben an, die für andere Energieträger noch in der Diskussion stehen", erklärt Arnd Oberscheven, der Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo. Um diese Belastung auszugleichen, müsse man nun die Fernwärmepreise anheben.
Jahresergebnis im Plan
CO2-Abgaben seien künftig auch bei der Wärmeerzeugung durch kleinere Öl- und Gasheizungen vorgesehen. Der Großteil der Wärme- und Stromerzeugung der Stadtwerke Lemgo erfolgt mittels Kraft-Wärme-Kopplung in zwei Gasturbinen-Heizkraftwerken und zehn Blockheizkraftwerken. Operativ ist das kommunale Unternehmen auf Kurs. Mit einem Jahresgewinn von 328.000 Euro wurde das prognostizierte Ergebnis errreicht.
Aufgrund des warmen Wetters gingen der Erdgas- und der Fernwärmeabsatz um sechs respektive 5,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2017 zurück. In der Folge wurde auch vier Prozent weniger Strom produziert. In Lemgo werden mittlerweile 96 Prozent des benötigten Stroms vor Ort erzeugt. Der größte Teil stammt von den Stadtwerken, aber auch die Lemgoer Bürger tragen mit ihren Photovoltaik-Anlagen dazu bei. Die Zahl der Stromkunden konnten die Stadtwerke leicht steigern. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix ist auf 23,4 Prozent angewachsen, der Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung erhöhte sich auf mehr als 72,5 Prozent
Aus Abwasser Fernwärme erzeugen
Auch in der Fernwärmeerzeugung setzt das Querverbundunternehmen immer mehr auf erneuerbare Energien: Die Wärmepumpen-Lösung, die im Herbst am Lemgoer Klärwerk in Betrieb geht, ist beispielsweise in der Lage, mithilfe des geklärten Abwassers Fernwärme zu erzeugen. Auch überregional sind die Mitarbeiter des Kommunalversorgers in Sachen Wärme und Warmwasser aktiv. So wurden beispielsweise für die Stadtwerke Schwerte Wärmenetze für Quartierslösungen mit langen Trassen realisiert, in denen die intelligenten Anlagenkombinationen aus biomethanbetriebenem BHKW mit Wärmespeicher und Gaskessel sehr gute Klimawerte erzielen. Und in Bad Vilbel wurde eine Heizzentrale errichtet, die auf ähnliche Komponenten setzt – eine Wohnanlage mit 22 Wohneinheiten wird dort klimaschonend mit Wärme versorgt. (hoe)

