Eine Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Noch in der Nacht begannen die Reparaturen an der schadhaften Leitung in Jena.

Eine Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Noch in der Nacht begannen die Reparaturen an der schadhaften Leitung in Jena.

Bild: © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

In Jena mussten rund 6500 Haushalte ohne Heizung und warmes Wasser auskommen, nachdem eine Fernwärmeleitung unterbrochen worden war. Am frühen Donnerstagmorgen meldeten die Stadtwerke, dass die Fernwärmeleitung wieder in Betrieb sei.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) den Katastrophenfall ausgerufen. Damit gelten nach Angaben der Stadt für die Betroffenen die Corona-Kontaktbeschränkungen nicht. Sie können somit von Angehörigen, Freunden oder Bekannten aufgenommen werden.

40 Mitarbeiter im Einsatz

Am Mittwoch hatten 40 Mitarbeiter der Stadtwerke und von Spezialfirmen in der Thüringer Stadt stundenlang nach der Ursache der Havarie gesucht und dafür auch eine Straße aufgerissen. Wie ein Sprecher der Stadtwerke Jena am Morgen mitteilte, wurde die Reparatur der Leitung vom Kraftwerk Winzerla nach Mitternacht erfolgreich abgeschlossen.

Im Schluss wurden Belastungstests durchgeführt. Da diese ebenfalls erfolgreich waren, ging die Fernwärmeleitung ab 3.00 Uhr früh schrittweise wieder in Betrieb. Nachdem die Temperatur stufenweise erhöht wurde, lag sie um 5.00 Uhr wieder bei etwa 118 Grad.

Am Donnerstagvormittag belegten Leitungsprüfungen der Stadtwerke Jena Netze, dass die nächtliche Reparatur geglückt ist.Bild: © Sandra Werner/ Stadtwerke Jena

Ursache für Havarie gefunden

"Ursache für die Havarie war ein Riss in der Schweißnaht", sagte der Sprecher. Am Mittwochmorgen war aus einem unterirdischen Fernwärmebauwerk eine heiße Dampfwolke ausgetreten. Mit Pumpen und Sauggerät arbeiteten Mitarbeiter der Stadtwerke daran, das bis zu 130 Grad heiße Wasser zu entfernen.

"Es ist eine große Erleichterung, dass die Schadstelle gefunden wurde", sagte eine Sprecherin der Stadt. Gegen 21.30 Uhr war klar, wo das Leck in der Fernwärmeleitung lag - im Kreuzungsbereich Naumburger, Altenburger und Schützenhofstraße. Dort war die Straße laut Angaben der Stadtwerke auf einer Länge von sechs Metern aufgerissen worden.

Fenster und Türen geschlossen halten

Die Menschen in dem betroffenen Gebiet wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um das Auskühlen ihrer Wohnungen möglichst lange hinauszuzögern. Oberbürgermeister Nitzsche bat die Jenaer zudem, möglichst vom Fernwärmeausfall Betroffene aufzunehmen. Dabei sollten die üblichen Hygieneregeln eingehalten werden.

Eine Hotline kümmerte sich um Anwohner, die Notunterkünfte brauchten. Insgesamt seien 20 Menschen an Jenaer Hotels vermittelt worden, sagte die Sprecherin der Stadt am Abend. Die überwiegende Mehrheit sei jedoch bei Bekannten untergekommen oder möglicherweise vorerst in der eigenen Wohnung geblieben.

 

Ausfälle auch in Heidelberg

Im Heidelberger Stadtteil Neuenheim ist am Donnerstag in einigen Straßenzügen die Fernwärmeversorgung ausgefallen. Betroffen seien derzeit 25 Haushalte, teilten die Stadtwerke Heidelberg mit.

Mitarbeiter seien vor Or, um den Schaden - ein Defekt an einer Versorgungsleitung - zu beheben. Am Abend sollte die Fernwärmeversorgung wieder möglich sein, hieß es. (dpa/jk)

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