Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Die erste Erkundungsbohrung fiel dafür positiv aus, nun sollen Erdsondenbohrungen folgen.

Bild: © Brudertack69/AdobeStock.com

Das oberjurassische Thermalwasserreservoir im Großraum München gehört zu den Geothermie-Hotspots in Deutschland. 42 Bohrungen mit einer thermischen Gesamtleistung von etwa 400 MW wurden dort bereits niedergebracht und tragen zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung vor Ort bei. Das Forschungsprojekt „GIGA-M“ will die geologischen Strukturen unter Tage nun weiter untersuchen, um diese für die Geothermie weiter zu erschließen.  

Das vorhandene Potenzial der wasserführenden Schichten wird auf etwa 1000 MW geschätzt. Da das Reservoir über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg genutzt wird und weiter erschlossen werden soll, geht es im Rahmen von „GIGA-M“ vor allem darum, Nutzungskonflikte zu vermeiden und Synergien zu schaffen, denn alle Geothermie-Anlagen entziehen dem gleichen, zusammenhängenden Reservoir die Wärme.

Seismik-Messung auf 1000 Quadratkilometern 

Daher beteiligen sich an dem Forschungsprojekt unter der Federführung der Technischen Universität München, der Landkreis München, die Energieagentur Ebersberg-München, die Landeshauptstadt sowie die Stadtwerke München. Auch die Energie-Wende Garching als Betreiberin von Geothermie-Anlagen in Münchner Umland arbeitet an dem Verbundvorhaben mit.

Eine Hauptaufgabe von „GIGA-M“ ist eine großangelegte Seismik-Messkampagne auf einer Fläche von rund 1000 Quadratkilometern. Zusammen mit bereits vorhandenen Daten soll so ein detailliertes Tiefenmodell für den gesamten Großraum München als Grundlage für eine intensive und nachhaltige Bewirtschaftung des Thermalwasservorkommens erstellt werden. In dieses Modell können auch alle bestehenden und geplanten Bohrungen eingebunden werden und die damit verbundene thermische Nutzung im Untergrund simuliert werden.

Abbau von Hürden interkommunaler Geothermie-Projekte 

Darüber hinaus werden im Rahmen des Projekts neue Erschließungsmethoden untersucht, z. B. Bohrungen mit erweiterter Reichweite, um auch mehrere Kilometer entfernte Reservoirbereiche in der Tiefe von einem Standort an der Oberfläche aus erschließen zu können. Das schaffe laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Partner mehr Flexibilität bei der Suche nach geeigneten Anlagestandorten.

In „GIGA-M“ geht es nicht nur darum, die technischen Grundlagen für den weiteren Geothermie-Ausbau zu schaffen, sondern auch um die Entwicklung wirtschaftlicher Umsetzungsmodelle für interkommunale Verbundvorhaben dieser Art. Zudem wolle man sich dem Problem fehlender Flächen für Bohrungen, Erzeugungsanlagen und Leitung widmen, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Kosten in Millionenhöhe 

Die geschätzten Kosten des Gesamtvorhabens für die seismischen Untergrunduntersuchungen, die Erstellung des Modells, die Entwicklung neuer Erschließungsmethoden und die Arbeiten zum Abbau nicht-technischer Barrieren belaufen sich auf knapp 20 Mio. Euro, wovon circa 11 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert werden. (lm)

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