Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bild: © Ben Burger/AdobeStock

Das KIT will gemeinsam mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum um den Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung einen Geothermie-Standort zu Forschungszwecken erschließen. Das sogenannte GeoLaB, (kurz für Geothermal Laboratory in the Crystalline Basement), soll im Schwarz- oder Odenwald entstehen.

Dort soll dann ein neues Bergwerk aufgefahren werden und ein etwa ein Kilometer langer Stollen zu Kavernen führen. Unter einer möglichst dicken Gesteinsschicht von circa 400 Metern sollen Tiefengeothermie kontrollierte Hochfluss-Experimente, also Strömungsversuche im Gestein mit für die Geothermie relevanten Fließraten, durchgeführt werden.

Erkenntnisse auch wichtig für die Endlagersuche

„Mit dem Untertage-Labor betreten wir wissenschaftliches Neuland und bringen die Geothermieforschung weltweit einen entscheidenden Schritt weiter“, sagt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung des KIT zu den Plänen. „Durch modernste Methoden sind wir in der Lage, thermische, hydraulische, chemische und mechanische Parameter zu erfassen. Auf diese Weise erlangen wir ein grundlegendes Verständnis der geothermischen Transportprozesse und werden auch einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheitsforschung für die Geothermie leisten.“

Neben den Forschungseinrichtungen ist auch die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) an der Errichtung des GeoLaBs beteiligt. So sollen Synergien zwischen den beiden großen gesellschaftlichen Aufgaben, Energiewende und nukleare Endlagerung, genutzt werden. Die bergbaulichen Kompetenzen zur Errichtung des GeoLaB sollen auch der BGE zugänglich gemacht werden. Es wird am Standort aber kein Endlager errichtet, dafür wäre eine unruhige Geologie wie im oder am Oberrheingraben auch nicht geeignet. Die BGE möchte vielmehr grundsätzliche Erfahrungen und Kompetenzen beim Auffahren eines Bergwerkes im kristallinen Gestein aufbauen. (lm)

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