Der Energiepark in der Dieselstraße ist ein zentraler Standort für die Strom- und Wärmeversorgung in Halle.

Der Energiepark in der Dieselstraße ist ein zentraler Standort für die Strom- und Wärmeversorgung in Halle.

Bild: © Stadtwerke Halle

Das Küstenkraftwerk in Kiel, der Energiepark in Halle, das neue Heizkraftwerk in Kaiserslautern oder das 100-MW-Blockheizkraftwerk in Mainz: Diese großen Heizkraftwerke mit ihren großen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) stehen stellvertretend für die Fernwärmeversorgung der Branche. 

Auch wenn noch keiner vorhersagen kann, ob wir in eine Gasmangellage kommen, so geistert das Schreckgespenst durch die Branche. Der Geschäftsführer der EVH in Halle (Saale) erläutert die Schwierigkeit: „Bilanziell kann ein Großteil der ausgefallenen Liefermengen von Nordstream 1, Jamal (Polen) und der Ukraine über LNG-Lieferungen, alternative südeuropäische Pipelines und Verbrauchsreduktion, ausgeglichen werden.“ Olaf Schneider ergänzt jedoch: “Allerdings ist die Flussrichtung der Gasmengen Ost/West ausgerichtet. Diese Flussrichtung kann man nicht einfach umkehren.“ 

Wie sich die EVH, die Stadtwerke Kiel, die Mainzer Fernwärme und die Stadtwerke Kaiserslautern genau vorbereiten, lesen Sie in der neusten ZfK-Ausgabe auf Seite 18.

Versorger müssen sich mit dem Worst-Case beschäftigen

In Folge dessen kämpfen die Fernleitungsnetzbetreiber mit Gasqualitäten, Kapazitäts-/Druckproblemen und Verdichterlaufzeiten weit oberhalb der Planungsintervalle. Allerdings gibt es auch Hoffnung, da Ende Dezember bereits das erste deutsche LNG-Terminal in Wilhelmshaven in Betrieb gehen soll. Drei weitere schwimmende LNG-Verflüssigungsanlagen sollen in Kürze folgen.

Ob alle Herausforderungen der vorgelagerten Netzbetreiber gelöst werden können, ist mit Blick auf die Liefersituation gegenwärtig noch fraglich. „Dementsprechend müssen wir uns als Versorger mit dem Worst-Case-Szenario für unser Liefergebiet auseinandersetzen“, betont Schneider. 

VKU: Fuel Switch prüfen

Neben Gassparen, spricht sich der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) dafür aus, dass Verbandsmitglieder „alle Möglichkeiten zum ‘fuel switch’ für ihre Anlagen prüfen“, erläutert eine VKU-Sprecherin. 

Insgesamt ist der Verband jedoch mit Handlungsempfehlungen zurückhaltend, „da die Situation von Ort zu Ort immer unterschiedlich ist“. Der Verband spiegelt zurück, dass bereits einige Mitgliedsunternehmen daran arbeiten, auf Heizöl umzustellen oder auf einen anderen Brennstoff zu wechseln. (jk/gun)

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