Drückten gemeinsam den „Roten Knopf“ zum Start der Abwärmeübergabe (v.l.): Dietmar Hemsath (Geschäftsführer Finanzen der Georgsmarienhütte GmbH), Felix Osterheider (Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte GmbH), Michael Lübbersmann (Landrat des Landkreises Osnabrück), Ansgar Pohlmann (Bürgermeister der Stadt Georgsmarienhütte und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Georgsmarienhütte) sowie Jörg Dorroch (Geschäftsführer der Stadtwerke Georgsmarienhütte)

Drückten gemeinsam den „Roten Knopf“ zum Start der Abwärmeübergabe (v.l.): Dietmar Hemsath (Geschäftsführer Finanzen der Georgsmarienhütte GmbH), Felix Osterheider (Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte GmbH), Michael Lübbersmann (Landrat des Landkreises Osnabrück), Ansgar Pohlmann (Bürgermeister der Stadt Georgsmarienhütte und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Georgsmarienhütte) sowie Jörg Dorroch (Geschäftsführer der Stadtwerke Georgsmarienhütte)

Bild: © Georgsmarienhütte GMH Gruppe

In Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück) ist nun ein "Leuchtturm-Projekt" der Industrieabwärmenutzung in Betrieb gegangen: "Es wird in Zukunft noch mehr Wärme genutzt, die beim Schmelzen des Stahls entsteht“, sagt Felix Osterheider, Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte. Mit dem Abhitzekessel des Elektroofens nutze das Unternehmen bereits 50 Prozent der von ihr produzierten industriellen Abwärme, die in der Stahlproduktion entsteht. Ein Teil der Abwärme werde derzeit für das Heizen von Hallen und Verwaltungsgebäuden sowie die Warmwasseraufbereitung eingesetzt.

Abwärme für Wärmeversorgung von Wohngebäuden

Die Industrieabwärme soll aber vor allem für die Wärmeversorgung von Wohngebäuden und öffentlichen Gebäuden in Georgsmarienhütte genutzt werden. Der Heißdampf wird in einem Wärmetauscher mit einer Leistung von elf MW in Warmwasser umgewandelt. Anschließend wird die Energie über eine Wärmetrasse in das Heizkraftwerk (HKW) der Stadtwerke transportiert. Da die Wärme durch den Produktionsprozess des Stahlwerkes nicht gleichmäßig zur Verfügung steht, wird ein Wärmespeicher eingesetzt. Der Wärmespeicher besteht bereits seit 30 Jahren und wurde jetzt saniert. Es folgten zudem Umbauarbeiten am HKW sowie der Bau der Wärmetrasse.

Um die Wärmeversorgung abzusichern, stehen in der Heizzentrale noch ein mit Biomethan betriebenes BHKW, ein Erdgas-Spitzenlastkessel und ein Heizölkessel zur Verfügung. Durch den Einsatz von Biomethan und der künftigen Nutzung der industriellen Abwärme wollen die Stadtwerke Georgsmarienhütte im Wärmehauptnetz CO2 neutrale "grüne Wärme" anbieten können.

Leuchtturm-Projekt der Dena

Das Projekt Abwärme in Georgsmarienhütte wurde von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) bereits als "Leuchtturm energieeffizienter Abwärmenutzung" ausgezeichnet. Die Stadtwerke Georgsmarienhütte investieren Planbaukosten in Höhe von 1,1 Mio. Euro in den Ausbau der Fernwärme. Der Förderbescheid der KfW für einen Investitionszuschuss zum Bau einer Verbindungsleitung zur Weitergabe von Wärme in Höhe von 148.000 Euro liegt bereits vor.

Dennoch bleiben einige Hürden: "Die große technische Herausforderung ist die Aufnahme von 11 MW Abwärme in nur 15 Minuten in unseren Wärmespeicher", so Michael Rust, Technischer Prokurist der Stadtwerke Georgsmarienhütte. "Die Regelungskreise sowohl auf der Seite des Stahlwerkes als auch auf unserer Seite müssen exakt aufeinander abgestimmt werden, um einen effizienten sicheren Betrieb zu gewährleisten." (hol)

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