Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bayern soll bald um ein Geothermieprojekt reicher sein. Im Landkreis Traunstein sind vier Bohrungen für die Erschließung von Erdwärme-Reservoirs genehmigt worden.

Bild: © Ben Burger/AdobeStock

Die Hamburg Energie Geothermie GmbH, eine gemeinsame Tochter der Hamburger Energiewerke und von Hamburg Wasser will im Stadtteil Wilhelmsburg Geothermie erschließen. Nachdem bei der ersten Bohrung in einer Tiefe von 1300 Metern ein Thermalwasser-Reservoir nachgewiesen wurde, folgt nun die zweite Bohrung in 1400 Metern Tiefe.

Anschließende Fördertests sollen das geothermische Potenzial, also Förderrate und Temperatur, untersuchen. Bei Erfolg soll später über die zweite Bohrung Thermalwasser gefördert und in einem geschlossenen Kreislauf über die bereits erfolgte erste Bohrung wieder in das Reservoir zurückgeleitet werden. Generell ist in einer Tiefe von 1300 Metern mit einer Temperatur von 45 bis 50 Grad Celsius zu rechnen, heißt es aus Hamburg.

Neu entdeckte Sandgesteinsschicht verspricht Großes

Das Wärmekonzept für Wilhelmsburg sieht neben Geothermie auch den Einsatz von Wärmepumpen vor. Im Herbst sollen dann abschließende Ergebnisse zur Geothermie präsentiert werden können, hofft das Projektteam.

Die Bohrungen dienen auch der Wissenschaft. Im Rahmen des Forschungsprojekts „mesoTherm“ wurden mehrere Bohrkerne, in unterschiedlichen Gesteinsschichten entnommen, um mehr über das geothermische Potenzial im norddeutschen Becken zu erfahren. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass in Sandsteinschichten in über 3.000 Metern Tiefe keine ausreichenden Thermalwasservorkommen zur geothermischen Nutzung zu erwarten sind. Die Sandsteinschicht in 1300 Metern Tiefe am Wilhelmsburger Standort hat sich jedoch als besonders mächtig erwiesen.

Reallabor für weniger Fündigkeitsrisiko

Das Hamburger Geothermieprojekt ist Teil des Reallabors IW3 – Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg, das eine nahezu CO₂-freie Wärmeversorgung von Wilhelmsburger Wohnquartieren anstrebt. Als „Reallabor der Energiewende“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) das Vorhaben mit insgesamt rund 22,5 Mio. Euro, um die Forschung und Entwicklung im Bereich zukunftsweisender Energietechnologien zu unterstützen. Insbesondere das Fündigkeitsrisiko in der Geothermie, gilt es im Rahmen dessen durch weitere Erkenntnisse zu schmälern. (lm)

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