Zur Reduzierung der CO2-Belastung der Luft müssen nach Ansicht von Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nicht nur Öl-, sondern auch Erdgas-Heizungen verschwinden.
"Wir brauchen auch eine Ausstiegsstrategie aus Erdgas", sagte er bei der Erläuterung der Ende 2020 vom Senat beschlossenen Rechtsverordnung zur Solardachpflicht und zur Einbindung erneuerbarer Energien beim Heizungsaustausch. "Das ist ganz eindeutig so."
Von 2023 an PV-Anlagen aufs Dach
Ähnlich äußerte sich Veit Bürger vom Freiburger Öko-Institut: Statt Heizöl und Erdgas müssten Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie und die Fernwärme genutzt werden.
Laut Klimaschutzgesetz müssen auf Dächern von Neubauten von 2023 an Photovoltaik-Anlagen installiert und bereits ab Mitte dieses Jahres beim Heizungstausch mindestens 15 Prozent des Wärmenergiebedarfs aus Erneuerbaren gedeckt werden. Alle Appelle hätten nicht dazu geführt, dass Dachflächen im großen Stil für Solarenergie genutzt würden, sagte Kerstan.
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Bessere Dämmungen, neue Fenster
"Deshalb sind wir dort den Weg gegangen, eine Pflicht zu etablieren." Gleichzeitig solle die Verordnung aber sicherstellen, "dass niemand wirtschaftlich unmäßig belastet wird".
Bürger vom Öko-Institut sagte, die 15 Prozent erneuerbare Wärmeenergien könnten ganz oder in Teilen durch Ersatzleistungen erbracht werden. Er nannte dabei bessere Dämmungen, neue Fenster oder etwa Solarkollektoren.
Nicht zwangsläufig höhere Kosten
"Wichtig: 18 Monate nach Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage muss nachgewiesen werden, dass man die Pflicht erfüllt hat", sagte er. Von der Pflicht befreit, 15 Prozent erneuerbare Wärmeenergien zu nutzen, seien Eigentümer, deren Gebäude aus rechtlichen, technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht umrüstbar seien.
Generell führe der Einsatz erneuerbarer Energien nicht zwangsläufig zu höheren Kosten. Durch staatliche Förderungen und steigende CO2-Preise könnte es sogar günstiger werden.
Anlage wirtschaftlich vertretbar
Die Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen von 2023 an ende bei den technischen Möglichkeiten, sagte Gerhard Stryi-Hipp vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme. Auch müsse die Anlage wirtschaftlich vertretbar sein.
Stryi-Hipp ging davon aus, dass in Hamburg künftig auf Neubauten pro Jahr rund 1800 Photovoltaikanlangen installiert werden. Das entspreche einer Leistung von rund 5,4 Megawatt. (dpa/ab)



