Viele Grundversorger haben ihre Gastarife zum Jahreswechsel bereits erhöht. Auch beim Heizöl ist im weiteren Jahresverlauf mit einem Anstieg zu rechnen, so Energiedienstleister Ista.

Viele Grundversorger haben ihre Gastarife zum Jahreswechsel bereits erhöht. Auch beim Heizöl ist im weiteren Jahresverlauf mit einem Anstieg zu rechnen, so Energiedienstleister Ista.

Bild: © Thomas Scholz/Pixelio

69 Prozent der Bewohner von Mehrfamilienhäusern empfinden die finanzielle Belastung durch Heizkosten als mittel bis sehr hoch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Techem, einem führenden Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude. 

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Einschätzung in vielen Fällen an die eigene Wohnsituation gekoppelt ist. So fühlen sich etwa Mieter in höherem Maße durch Heizkosten belastet (71 Prozent empfinden die Belastung als mittel bis sehr hoch) als Eigentümer (59 Prozent). Und auch das Alter spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle: Personen zwischen 18 und 29 Jahren fühlen sich weniger stark belastet als ältere Jahrgänge.

Große Wissenslücken bei den Heizkosten

Die Befragten empfinden Heizkosten insgesamt als finanzielle Belastung – ein Großteil schätzt ihren tatsächlichen Anteil an den Nebenkosten allerdings falsch ein. Dass der reale Heizkostenanteil an den Nebenkosten in einer Wohnung bei 40 bis 60 Prozent liegt, wissen nur 13 Prozent der Befragten. Knapp die Hälfte (47 Prozent) geht von einem geringeren Anteil aus, und 35 Prozent können dazu gar keine Schätzung abgeben.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass für viele Befragte kein Bedarf oder Anlass besteht, ihr Heizverhalten zu ändern (42 Prozent). Als Gründe werden hier das individuelle Wohlempfinden sowie die eigene Bequemlichkeit genannt. Zu einer Verhaltensänderung motivieren lassen würden sich die Befragten insbesondere durch mögliche Kostenersparnisse (51 Prozent) oder einen positiven Beitrag zum Umweltschutz (16 Prozent).

Weniger heizen, weniger zahlen

„Für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland ist es entscheidend, dass wir alle verstehen, welche enorme Rolle der Wärmebereich beim Energieverbrauch spielt. Und auch, dass effizientes Heizen die Umwelt und den Geldbeutel schont“, wird Nicolai Kuß, Geschäftsführer bei Techem, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. „Die Studie zeigt deutlich, dass hier noch Nachholbedarf besteht. Bewohner müssen über ihren Verbrauch informiert sein – nur dann können sie ihn auch verändern. So bedeuten 15 Prozent Energieeinsparung bei einer durchschnittlichen Heizkostenabrechnung rund 100 Euro mehr im Geldbeutel.“

Kuß bekräftigt: „Wir müssen klimaneutrales und bezahlbares Wohnen weiter vorantreiben. Schon vergleichbar geringinvestive Maßnahmen zur Optimierung und Digitalisierung der Heizung können einen maßgeblichen Einfluss auf die Energiewende im Wohngebäude haben.“ (amo)

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