Die deutschen Heizölpreise haben im Schnitt die 70 Euro pro 100 Liter zum zweiten Mal in diesem Jahr durchbrochen. Das Vergleichs- und Vertriebsportal Esyoil ermittelte am Donnerstag (brutto) 70,49 Euro und am Freitag 71,46 Euro bei einer Standardlieferung von 3000 Litern. Unter den deutschen Metropolen lagen nur noch Hamburg und Düsseldorf unter 70 Euro. In Stuttgart wollten Händler über Esyoil sogar im Mittel 73,92 Euro sehen.
Damit überschreiten die Endpreise des größten Konkurrenzenergieträgers zu Erdgas im Wärmemarkt in diesem Jahr zum zweiten Mal nach Anfang Mai die 70 Euro. Damals hielt dieser Peak aber nur einen Tag lang. Die Endpreise zeichnen damit ein Anziehen der Rohölnotierungen seit der Monatsmitte nach: Die Nordseesorte Brent verteuerte sich seitdem von 70,76 auf 75,49 Dollar pro Barrel. Ende Mai hatte sie sogar die 80 Dollar getestet.
Margenschere bei Gas
Bei Gas ist es eher umgekehrt: Die Endpreise geben seit 2014 leicht, aber stetig nach. Dagegen ziehen die Großhandelspreise teilweise an: Die Day-ahead-Notierung an der Börse Pegas für Gas im deutschen Marktgebiet NCG ging seit Ende Juli von unter 22 auf 24,79 Euro pro MWh nach oben.
Für Stadtwerke mit großem Heizkundenanteil ist das nicht weiter tragisch, weil jetzt ohnehin niemand heizt, daher das Stadtwerk auch keine Energiekontenmengen ausgleichen muss. Aber die für sie wichtigere Jahreslieferung 2019 hat sich seit Mitte Juli ebenfalls von hohem Niveau aus verteuert, von gut 21 auf 23,13 Euro pro MWh. (geo)
