42 Tiefe-Geothermie-Anlagen in Deutschland und über 440.000 oberflächennahe Erdwärme-Systeme sind bereits im ganzen Bundesgebiet in Betrieb. (Symbolbild)

42 Tiefe-Geothermie-Anlagen in Deutschland und über 440.000 oberflächennahe Erdwärme-Systeme sind bereits im ganzen Bundesgebiet in Betrieb. (Symbolbild)

Bild: © Daniel Turbasa/AdobeStock

Die Aufsuchungserlaubnis für Geothermie haben die Stadtwerke Husum bereits, eine neue Vorstudie stellt zudem eine ausreichende Wassertemperatur in Aussicht – gute Bedingungen für die Fernwärmeversorgung. Bis zu den ersten Bohrungen ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Die Vorstudie, die die Stadtwerke in Auftrag gegeben haben, zeigt: In 2000 bis 2500 Metern Tiefe weist das Thermalwasser mit großer Wahrscheinlichkeit eine Temperatur von 60 bis 75 Grad Celsius auf. Die Untersuchung basiert auf verschiedenen Ergebnissen früherer Bohrungen in der Region. Für die Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden in der Stadt sei das errechnete Temperaturniveau optimal, erläutert Matthias Forthmann, Projektleiter Wärme und Contracting beim Husumer Versorger.

Fördergelder dringend notwendig

Allerdings, auch das belegt die Studie: Die bisherigen Erkenntnisse sind noch viel zu vage, um konkrete Schritte einzuleiten. Um wirklich zielgerichtet bohren zu können, brauchen die Stadtwerke zunächst weitere, konkretere Informationen über die Beschaffenheit des Gebiets. „Das Risiko, jetzt zu bohren und an der ausgewählten Stelle gar nichts zu finden, ist viel zu groß“, sagt Forthmann.

„Um überhaupt weitere Erkenntnisse über die Beschaffenheit in und unter Husum gewinnen zu können, bemühen wir uns zunächst um Fördermittel aus Kiel und Berlin“, erklärt der Projektleiter und ergänzt: „Denn nur mit entsprechenden Fördergeldern können wir das Projekt weiter vorantreiben.“ Nächste Schritte wie etwa eine Machbarkeitsstudie oder eine seismische Prüfung seien nur möglich, wenn die Finanzierung gesichert ist. Um das Potenzial vor Ort also ganz konkret auszuloten, braucht es einen langen Atem. „Die geothermische Erschließung eines Gebietes zieht sich über Jahre. Wir lassen nicht nutzlos Zeit verstreichen und bleiben dran. Aber bis tatsächlich Bohrungen möglich sind, wird es noch dauern“, resümiert Forthmann. (lm)

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