In Nürnberg produziert Landis+Gyr seine Wärme- und Kältezähler. Vor Kurzem hat hier der fünfmillionste das Werk verlassen.

In Nürnberg produziert Landis+Gyr seine Wärme- und Kältezähler. Vor Kurzem hat hier der fünfmillionste das Werk verlassen.

Bild: © Landis+Gyr

In der deutschen Niederlassung des Schweizer Unternehmens Landis+Gyr in Nürnberg werden Zähler für Fernwärme- und Fernkältenetze hergestellt. In dem sogenannten Kompetenzcenter für Wärmezähler ("Center of Competence Heat") entstehen jährlich bis zu 700 000 hochmoderne Messeinrichtungen für Kunden in Europa und Übersee. Anfang der 2000er Jahre waren es lediglich rund 20 000 Wärme- und Kältezähler gewesen. Insgesamt entwickelt das Unternehmen in Nürnberg heute über 25 000 verschiedene Zählervarianten – vom Haushaltszähler bis zum Großgerät für Wohnsiedlungen, Gewerbe- und Industrieanlagen. 65 Fachkräfte montieren die Zähler nach dem Just-in-time-Verfahren und gemäß den individuellen Anforderungen der Kunden. Insgesamt arbeiten in Nürnberg 220 Menschen für die Schweizer.

Der fünfmillionste Ultraschallwärmezähler, mit einer Batterielebenszeit von elf Jahren, bleibt im eigenen Land: Er wurde vor Kurzem feierlich an die Energieservice Westfalen Weser übergeben, ein Tochterunternehmen der kommunalen Westfalen Weser Energie mit Sitz in Paderborn. Moderne Softwaretools, Apps und nachrüstbare Kommunikationsmodule ermöglichen die sukzessive, abwärtskompatible Umrüstung von Zählern ab dem Baujahr 2009 auf modernste Kommunikationstechnologie, unterstreicht das Schweizer Unternehmen, das nach eigenen Angaben inzwischen weltweit führender Anbieter von integrierten Energiemanagement-Lösungen ist.

LoRA-WAN als Übertragungstechnologie für Wärme- und Kälte-Fernauslesung

Bei der Datenübertragung der bewährten T550-Zähler, die seit 2008 angeboten werden, setzt Landis+Gyr auf den offenen LoRaWAN-Standard, mit dem sich für die Zählerfernauslesung Reichweiten von bis zu 15 Kilometern auch innerhalb von Gebäuden und bis in den Keller erreichen lassen. Für Kunden ergeben sich mit der Lösung enorme Effizienzpotenziale, nicht nur bei der Auslesung, unterstreicht Herbert Brunner, Geschäftsführer Heat bei Landis+Gyr. So lassen sich ihm zufolge beispielsweise durch optionale Software unter anderem Modul- und Tarifeinstellungen schnell und einfach vornehmen. Mit der Dokumentations-App "Info Finder" sollen sich Wartungs- und Montagezeit vor Ort erheblich reduzieren, da damit alle relevanten Unterlagen für Einbau und Wartung mobil verfügbar seien.

"Mit unseren Metering-Lösungen aus Nürnberg messen und steuern wir einerseits den Wärmebedarf in kühlen Regionen – und liefern in warmen Klimazonen genau Daten über den Energieverbrauch für Kühlung", so Brunner. Vor allem im Nahen Osten und in Teilen Asiens wachse der Markt für Kältezähler rasant, da energieeffiziente Fernkühlung zunehmend herkömmliche Klimaanlagen ersetze. Die Niederlassung in Nürnberg will daher seinen Fokus vermehrt auch auf solche intelligenten Metering-Lösungen legen. (sg)

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