In einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit haben der Deutsche Mieterbund, der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) am Dienstag ein verändertes Fördersystem mit mehr Zuschüssen für die energetische Sanierung des Wohnungsbestands gefordert. Um sozialverträglich und zeitnah für Klimaschutz im Gebäudesektor zu sorgen, wären allein für die vermieteten Wohnungen bei einer konservativen Schätzung mindestens rund sechs Mrd. Euro jährlich nötig, heißt es weiter.
Die Sanierungsquote von einem Prozent im Jahr sei viel zu niedrig, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Investiere man jetzt in die energetische Sanierung könnten zwischen 2021-2030 im Gebäudesektor kumuliert rund 8,6 - 17 Mrd. Euro eingespart werden, die man sonst für den Zertifikatehandel einplanen müsste, stellt Michael Groschek, Präsident des DV, klar. Dabei beruft er sich auf eine Berechnung von Agora-Energiewende, die prognostiziert, dass Deutschland in dem Zeitraum rund 616 Tonnen CO2 zu viel ausstoßen werde, von denen rund 28 Prozent auf den Gebäudesektor entfielen.
Finanzierung soll Politik entscheiden
Woher die sechs Mrd. Euro kommen sollen, wollen die Verbände der Politik überlassen. GdW-Präsident Axel Gedaschko spricht sich für eine "Fonds-Lösung" aus. Den Vorschlag des Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), eine Bürger-Stiftung Klimaschutz zu gründen, die Darlehen für energetische Saniereung vergeben könnte, hält Gedaschko nicht für sinnvoll. Der darin versprochene Zinssatz von zwei Prozent würde langfristig wohlmöglich teurer sein, als jetzt Negativzinskredite aufzunehmen. (pm)