Die Grafik zeigt die Entwicklung des Wärmebedarfs in Deutschland zwischen 2020 (links) und 2050: Laut der Studie von Rödl & Partner wird sich der Wärmeverbrauch aufgrund von Energieeffiziemz, gesteigertem Umweltbewusstsein und Fortschritten bei der Gebäudedämmung in dem Zeitraum nahezu hallbieren.

Die Grafik zeigt die Entwicklung des Wärmebedarfs in Deutschland zwischen 2020 (links) und 2050: Laut der Studie von Rödl & Partner wird sich der Wärmeverbrauch aufgrund von Energieeffiziemz, gesteigertem Umweltbewusstsein und Fortschritten bei der Gebäudedämmung in dem Zeitraum nahezu hallbieren.

Grafik: © Rödl & Partner

Stadtwerke sollten mit Blick auf die Dekarbonisierung im Wärmebereich vor allem auf Energiequellen setzen, bei denen die komplette Wertschöpfung auf lokaler Ebene verbleibt - beispielsweise auf die Tiefengeotherrmie und Solarthermie. Das ermögliche es, Gelder zu vereinnahmen, die vorher beispielsweise für den Import fossiler Energieträger abgeflossen sind, heißt es im Konzeptpapier "Wärmezielscheibe" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Anhand dieser Checkliste können Energieversorger Transformationsstrategien für die jeweilige lokale Wärmewende ableiten. Für die notwendigen Investitionen der Stadtwerke müsse ein angemessener Wärmepreis anhand von langfristigen Cashflow-Modellen berechnet werden, heißt es weiter.

Die Grundpreise würden in den Preismodellen der Fernwärme von morgen aufgrund dem Wandel hin zu kapitalintensiven Technologien der Erzeugung und Verteilung mit geringen Betriebskosten einen größeren Anteil einnehmen. Die Digitalisierung biete dabei der Kommunalwirtschaft Chancen, die Fernwärme als komfortables und innovatives Produkt zu positionieren. Laut der Studie wird die Fernwärme und deren Verteilung über Fernwärmenetze im künftigen Wärmemarkt eine entscheidende Rolle spielen – ebenso die Speicherung thermischer Energie. Gerade dicht besiedelte Gebieten wie Großstädte und in Teilen auch Mittelstädte, könnten durch den Ausbau von CO2-neutral beheizten Fernwärmenetzen effizient dekarbonisiert werden.

KWK nur Brückentechnologie oder mehr?

"Dazu bedarf es einer Steigerung der Effizienz in den Gebäuden und der dadurch ermögliichten Absenkung der Rücklauftemperaturen", heißt es weiter. Dies sei Grundvoraussetzung für den verstärkten und effizienten Einsatz von Abwärme aus der Abfallverwertung, industriellen Prozessen und Dienstleistungssektoren, der Tiefengeothermie, der Solarthermie und der Substitution von kohlebefeuerten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Die KWK auf Basis fossiler Brennstofffe werde nur eine Brückentechnologie darstellen. Es sei denn, es gelinge, großtechnisch synthetische Gase bereitzustellen. Zusätzlich können regenerativ erzeugte Wärme, unter anderem auch aus Biomasse, und die Sektorenkopplung künftig einen wichtigen Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

30 Prozent des aktuellen Wärmebedarfs in Deutschland entfällt aktuell nur auf fünf Prozent der Fläche - sprich auf dicht besiedelte Großstädte und urbane Ballungsräume. Bis 2050 werde dort in den Gebieten mit mittlerer Besiedlungsdichte aufgrund der Landflucht und der Suburbanisierung mehr als 70 Prozent der Energie verbraucht werden. Entsprechend groß ist hier der Hebel über den Einsatz von Effizienzsteigerungstechnologien, Sektorenkopplung und andere Wärmeerzeugungstechnologien, den Verbrauch zu seinken und signifikante CO2-Reduktionen zu erzielen. Laut der Studie wird sich der Wärmebedarf in Deutschland im Einklang mit den Klimazielen zwischen 2020 und 2050 nahezu halbieren von 840 auf 425 TWh (siehe Grafik). Als Haupttreiber werden dabei die steigende Energieeffizienz, ein wachsendes Umweltbewusstein und die fortschreitende Gebäudesanierung genannt.

Wärmenetzwerk gegründet

Das Konzeptpapier unterscheidet dicht, mittel und dünn besiedelte Gebiete, entscheidendes Kriterium ist hier der Wärmebedarf pro Quadratmeter (Wämedichte),. Als dünn besiedelt gelten kleine Siedlungstypen (beispielsweise Landgemeinden) und die Randgebiete großer Städte. Für jede dieser drei Regionen benötige man andere Maßnahmen, Akteure, Technologien und politische Anreize., um zu volkswirtschaftlich optimalen Lösungen und Strategien zu kommen. Dias Koinzept wurde bei der Kick-Off-Veranstaltung für das neue gegründete Wärmenetzwerk von Rödl & Partner vorgestellt, dem mittlerweile rund 20 Stadtwerke angehören. Im Zentrum der Vereinigung steht der Austausch und und die Vermittlung von Praxiserfahrungen und Best-Practice-Beispielen. Die komplette Studie finden Sie hier.  (hoe)

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