Anja Siegesmund ist seit dem 4.3.2020 Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Anja Siegesmund ist seit dem 4.3.2020 Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Bild: © Andreas Pöcking

Ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs in Thüringen wird nach Angaben von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) derzeit aus erneuerbaren Energien gedeckt. Dabei gehe es nicht nur um Stromerzeugung, sondern auch Wärme oder den Energieverbrauch im Verkehr, sagte Siegesmund der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen des Thüringer Klimakabinetts am Dienstag in Erfurt. «Wir brauchen einen Ausbau der erneuerbaren Energien, damit der Energiemix sauberer wird.»

Große Potenziale für Emissionseinsparungen gebe es aber auch bei der energetischen Gebäudesanierung. Die aktuelle Rate von einem Prozent bei der Sanierung öffentlicher Gebäude müsste in den kommenden Jahren auch in Thüringen verdreifacht werden, forderte Siegesmund. «Klimafreundliche Wärmeerzeugung und Gebäudesanierung werden zu einer riesigen Aufgabe, der sich Thüringen stellen muss.»

Zusammenarbeit mit Kommunen verstärken

Siegesmund regte einen Klimapakt des Landes mit den Kommunen an. Es gehe um eine verbindliche Vereinbarung zum regionalen Klimaschutz. Im Gegenzug würde das Land die Bereitstellung des Geldes für verschiedene Projekte gewährleisten.

Bei den erneuerbaren Energien gab es laut Siegesmund in diesem Jahr einen regelrechten Boom bei Solaranlagen. Die Landesförderung dafür sei auf rund 13 Mio. Euro aufgestockt worden - aber das Programm sei bereits ausgeschöpft. «Es sollte mehr Mittel für das Programm Solarinvest geben», sagte Siegesmund. «Wir könnten da locker 20 Mio. Euro pro Jahr investieren.»

Verdreifachung von PV anvisiert

Ziel sei eine Verdreifachung der Photovoltaikanlagen bis 2025. Sie hoffe dabei auf finanzielle Unterstützung durch Programme von EU und Bund, sagte Siegesmund. Laut Siegesmund wird in Thüringen nur die Hälfte des Stroms produziert, der im Freistaat verbraucht wird. Vom im Land produzierten Strom stammten bereits etwa 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen. (dpa/lm)

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