Mit dem Start des Spätsommers werden die bestehenden Deponiegas-Blockheizkraftwerke (DBHKW) am Standort Kornharpen umgebaut. Die alte Anlage wird in großen Teilen zurückgebaut und bis Mitte 2023 wird eine neue errichtet, wie die Stadtwerke Bochum mitteilen. Sie kooperieren hierfür mit dem USB Bochum. Die Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK)-Anlage hat ihr technisches Lebensende erreicht. Zudem haben die Methanvorkommen der Bochumer Zentraldeponie abgenommen, womit die Anlage sonst grünen Strom und Wärme produziert.
Seit mehr als 25 Jahren dienen die Blockheizkraftwerke der energetischen Nutzung des Methans (Deponiegas)), welches bei der Vergärung der organischen Abfälle entsteht. Angepasst an das zukünftig zu erwartende Deponiegasaufkommen wird die Anlage nun modernisiert. Zum Vergleich: 2006 - ein Jahr nachdem die Deponieanlage für die Annahme von neuen Abfällen geschlossen wurde - wurden rund 18 Mio. Kubikmetern (m3) Deponiegas erzeugten; 2021 nur noch 2,8 Mio. m3. Für die Modernisierung nehmen die Stadtwerke rund 10 Mio. Euro in die Hand.
Die Leistung der neuen BHKW-Module
Das Bestandsgebäude wird zurückgebaut und modernisiert: Die enthaltene Motorenanzahl sinkt von acht auf sechs, die dann alle mit Erdgas betrieben werden. Sie stammen vom Hersteller Innio Jennbacher und weisen jeweils eine Leistung von 840 kWel und 974 kWth auf. Neben dem Bestandsgebäude soll ein neues Gebäude errichtet werden, das künftig zwei BHKW-Module mit einer Leistung von je 300 kWel und 380 kWth beherbergen wird.
Diese werden das noch anfallende Deponiegas verwerten. Dabei müssen sie künftig nur noch 300 Kubikmeter pro Stunde (m3/h) verarbeiten, statt wie früher 2.700 m3/h. Insgesamt kommen so acht BHKW zum Einsatz. Daneben errichten die Stadtwerke eine neue Schalt- und Leittechnikanlagen und modernisieren die vorhandene 10-kV-Stromstation. (gun)
