Für Brunsbüttels Stadtwerkechef Andreas Wulff ist die nachhaltige Wärmeversorgung ein Zukunftsthema.

Für Brunsbüttels Stadtwerkechef Andreas Wulff ist die nachhaltige Wärmeversorgung ein Zukunftsthema.

Bild: © Verena Reinke

Die Stadtwerke Brunsbüttel haben gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft Westholstein (EGW) die Westholstein Wärme GmbH gegründet. Ziel der neuen Gesellschaft soll es sein, Kommunen in Steinburg und Dithmarschen (Schleswig-Holstein) mit umweltschonender Wärme zu versorgen, wie die ZfK erfuhr. Zuvor mussten die Partner noch die Zustimmung des Kreises Steinburg als Mitgesellschafter einholen, der an der EWG mit 33,3 Prozent beteiligt ist.

Demnach will die neue Gesellschaft Fernwärmenetze errichten und betreiben, die sich aus regenerativen Energien speisen. Angedacht ist dabei die Nutzung industrieller Abwärme, aber auch von Biomasse und Wasserstoff. Dazu soll unter anderem das bereits vorhandene Wärmenetz für 16 Mio. Euro ausgebaut werden.

Stadtwerke übernehmen Kundengeschäft

"Damit wollen wir eine erste Duftmarke setzen, Erfahrungen sammeln und uns für weitere Projekte empfehlen", wie EGW-Geschäftsführer Guido Austen gegenüber der "shz" erklärt. Die Entwicklungsgesellschaft sei bereits seit 2005 im Fernwärmegeschäft tätig. Sie übernahm damals die Fernwärmeleitung des Versorgers Schleswag.

Knapp zehn Jahre später stiegen die damals neu gründeten Stadtwerke Brunsbüttel mit ein. 2015 übernahmen die Partner die Konzession für ein kleines Wärmenetz in Brunsbüttel. Die Stadtwerke kümmern sich dabei um das Kundengeschäft; die Entwicklungsgesellschaft ist für die technische Seite zuständig. So soll die Arbeitsteilung auch bei kommenden Projekten bleiben.

Über Brunsbüttel hinaus

Derzeit sei der Wärmebedarf in Brunsbüttel so hoch, dass die zur Verfügung stehende Fernwärme gerade ausreiche. Danach soll die Gesellschaft mit weiteren regionalen Partnern zusammenarbeiten.

"Wir möchten Industrieabwärme nutzen und über ein stark ausgebautes Wärmenetz in Brunsbüttel verteilen. Und wir wollen über dieses Projekt und über Brunsbüttel hinausdenken und in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen weitere Konzepte zur klimafreundlichen Wärmeversorgung entwickeln", sagt Andreas Wulff, Geschäftsführer, Stadtwerke Brunsbüttel.

Vorhandenen Windstrom nutzen

Dies soll mit ortsspezifischen regenerativen Wärmequellen erfolgen, zum Beispiel mit Erdwärme, Bioenergie oder Methan und mit Technologien wie Power-to-Heat und Power-to-X, die den vorhandenen Windstrom nutzen. Strategisch soll die Westholstein Wärme dann Projekte in der gesamten Region entwickeln. (jk)

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