Firmensitz der Leag in Leipzig

Firmensitz der Leag in Leipzig

Bild: © Leag

Leag-Vorstands-Chef Hubertus Altmann sagte gestern Abend in Leipzig, er sei sehr zuversichtlich und hoffnungsvoll, dass man bei den Gesprächen zu einem für beide Seiten vorteilhaften Abschluss gelangen werde. Den Charakter der Verhandlungen nannte Altmann "sehr pragmatisch", die Leag habe durchaus Verständnis für den politischen Wunsch der Stadt, künftig den Fernwärmebedarf aus anderen Brennstoffen als mit Kohle zu decken.

Auf der anderen Seite habe man auch bei den Stadtwerken erkannt, dass Planung und der Bau eines neuen Kraftwerkes mit etwa 150 MW Leistung nicht unter einem enormen Zeitdruck von nur wenigen Jahren sinnvoll sei und man auch die vorhandene Infrastruktur am Kraftwerksstandort Lippendorf nutzen könne.

LVV bestätigt konstruktive Verhandlungen

Volkmar Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke-Muttergesellschaft LVV, erklärt in diesem Zusammenhang, dass während der Verhandlungen Stillschweigen mit der Leag vereinbart wurde und er sich öffentlich dazu nicht äußert.

Lippendorf verliert Effizienz

Für die Leag, die den Block R mit 933 MW elektrischer Leistung besitzt und die Betriebsführerschaft für den baugleichen Block S (EnBW) leistet, bedeutet das einen wesentlichen Einschnitt. Bislang werden bis zu 330 MW Fernwärme aus dem Niederdruckbereich der Dampfturbine ausgekoppelt, der größte Teil davon geht über eine 15 Kilometer lange Leitung in die Stadt Leipzig, der Rest in Umlandgemeinden.

Altmann räumte ein, dass mit dem Wegfall der Auskopplung nur eine sehr geringe Leistungssteigerung im elektrischen Teil möglich und zudem technische Nachrüstungen erforderlich seien. Allerdings stehen auf der anderen Seite der Zeitgewinn über den jetzigen Auslauftermin des Liefervertrages und der langfristige Einstieg in eine für die Leag neue Technologie.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen

„Wir müssen uns nach den Plänen der Kommission deutlich früher von unseren Kohle-Kraftwerken und Tagebauen trennen, als das nach den bisherigen Szenarien vorgesehen war“, sagte Altmann. Und der Konzern mit seinen etwa 8000 Mitarbeitern suche intensiv nach einem neuen Geschäftsmodell und neuen Handlungsfeldern. Offenbar könnte auch ein GuD-Kraftwerk unmittelbar neben dem erst im Jahr 2000 eingeweihten Kohlemeiler in Lippendorf dazu gehören. (masch)

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