Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Bild: © emmi/AdobeStock

Wer die Wärmewende will, sollte dabei alle Optionen zur Wärmeversorgung nutzen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Flüssiggas (LPG) im Wärmemarkt des ländlichen Raumes – Beitrag zu Versorgungssicherheit und Klimaschutz“ von Bert Oschatz, Geschäftsführer des Institutes für technische Gebäudeausrüstung (ITG). Demnach leben 27 Millionen Menschen in Deutschland im ländlichen Raum – viele in unsanierten bzw. nur teilsanierten Ein- und Mehrfamilienhäusern. In rund 4,6 Millionen dieser Gebäude sind laut der Analyse noch alte Ölheizkessel in Betrieb.

827.000 Gebäude mit alten Ölheizungen können das 65%-Erneuerbare-Energien-Ziel bis 2035 laut Oschatz kaum anders als durch einen Umstieg auf Flüssiggas-Hybridheizungen oder Flüssiggas-Heizungen mit regenerativem Flüssiggas (LPG) erreichen. In vielen ländlichen Regionen fehlen laut der Analyse Wärmenetze oder ihre Errichtung sei unrentabel – beispielsweise aufgrund des großen Abstands zwischen den Häusern. Zudem seien viele Gebäude aufgrund ihres baulichen Zustands nur bedingt geeignet für den Wechsel zu elektrischen Wärmepumpen. Selbst bei einer optimistischen Prognose hinsichtlich einer Steigerung der energetischen Sanierungsquoten von Gebäuden bleibe ein wesentlicher Teil der Gebäude bis 2035 in einem Sanierungszustand, für den eine Versorgung allein durch eine elektrische Wärmepumpe nicht sinnvoll sei, heißt es in der Studie weiter. 

LPG-Einsatz statt Modernisierung?

Der Einsatz von regenerativem Flüssiggas (LPG) habe gebäudebezogen einen vergleichbaren Klimaschutzeffekt wie die vollständige Modernisierung der Gebäudehülle, schreibt Oschatz weiter. Er weist darauf hin, dass es an Fachkräften im Handwerk fehle. Zudem sei das benötigte Eigenkapital nur begrenzt verfügbar. Sein Ansatz: Durch eine Umstellung des Heizsystems bei gleichzeitigem Wechsel des Energieträgers könnten auf pragmatische Weise vergleichbare Klimaschutzeffekte erreicht werden.

Durch den anteiligen Einsatz von regenerativem Flüssiggas und mit einer effizienten Anlagentechnik lassen sich gebäudebezogen sofort rund 50 Prozent der Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) einsparen, heißt es in der Studie. Und weiter: Die THG-Emissionen, die durch die Umstellung auf eine Flüssiggas-Heizung mit anteiligem Einsatz von regenerativem Flüssiggas (LPG) eingespart werden können, seien vergleichbar mit einer vollständigen Modernisierung der Gebäudehülle dieser Häuser. 

Erwartungen an die Politik

Eine ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Heizalternative in Bestandsgebäuden dürfte laut der Analyse für viele Hauseigentümer die Flüssiggas-Hybridheizung sein – also eine Wärmepumpe kombiniert mit einer Gasbrennwertheizung. Diese Kombigeräte werden aktuell jedoch nicht durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert, obwohl der energetische Deckungsanteil der Brennwerttherme nur etwa 35% beträgt, 65% der Wärme werden durch die Wärmepumpe bereitgestellt. Damit viele Haushalte im ländlichen Raum den notwendigen und gewünschten Beitrag zur Wärmewende leisten können, sollten auch Kombigeräte durch die BEG gefördert werden, so die Empfehlung. (amo)

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