Die Stadtwerke Brandenburg an der Havel wollen bei der Wärmeerzeugung die CO2-Emissionen deutlich reduzieren. Ab Mitte bis Ende 2022 sollen die über 12.000 Fernwärmekunden mit Abwärme aus der Thermischen Abfallverwertungsanlage der Energie from Waste (EEW) im nahe gelegenen Premnitz versorgt werden. Bis dahin wird die Energie weiterhin im erdgasbetriebenen Heizkraftwerk in der Upsstallstraße erzeugt, teilen die Stadtwerke mit.
Investititonen von bis zu 35 Mio. Euro
Um die Abwärme künftig zu den Kunden der Stadtwerke Brandenburg zu transportieren, wird eine rund 20 Kilometer lange Fernwärmetransportleitung gebaut. Die Kosten werden laut einem Artikel der „Märkischen-Oderzeitung“ (MOZ) auf 30 bis 35 Mio. Euro geschätzt. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Landes Brandenburg gefördert. Die Verbindung soll zu großen Teilen unterirdisch gelegt werden. Durch den künftigen Abwärmebezug werden die CO2-Emissionen der Stadt Brandenburg an der Havel jährlich um 60.000 bis 70.000 Tonnen sinken. Bis zu 150.000 MWh Wärme sollen von der Anlage künftig in die Stadt geliefert werden. Dies wird auf Seiten der EEW durch den Bau einer zweiten Feuerungslinie sichergestellt, in der bis zu 300.000 Tonnen Abfälle verbrannt werden können.
"Wärmetrasse sichert die Preisstabilität"
"Die in Premnitz entstandene Abwärme ist CO2-neutral. Die Trasse sichert den Stadtwerkekunden die Preisstabilität“, betonte Gunter Haase, Geschäftsführer der Stadtwerke Brandenburg gegenüber der MOZ. Der im Rahmen des Klimapakets eingeführte CO2-Preis werde somit keine Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben. Der Primärenergiefaktor der erzeugten Wärme aus der EEW-Anlage liegt nach Angaben des Unternehmens aufgrund des hohen biogenen Anteils des Abfalls bei -0,05. Vor der Entscheidung für die Transportleitung waren unterschiedliche Varianten unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht worden. Neben der CO2-Einsparung waren unter anderem auch Aspekte der Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit der Wärme sowie Wertschöpfung in der Region relevant. Dabei erwies sich letztlich die Transportleitung als das beste Szenario. Das bestehende Heizkraftwerk in Brandenburg kann bei Bedarf jederzeit im Störungsfall reaktiviert werden. (hoe)
