Die Dettenhäuser Wärme-Genossenschaft befindet sich seit längerem in einer finanziell angespannten Lage, Hauptgrund sind laut Lokalmedien offenbar hohe Wärmeverluste und viel zu niedrig angesetzte Wärmepreise.Vor kurzem hat der Nahwärmeversorger aus dem Landkreis Tübingen Insolvenz angemeldet Den Betrieb des Netzes und der Wärmeerzeugung wollen nun die Stadtwerke Tübingen (SWT) übernehmen. "Im Zuge des anstehenden Insolvenzverfahrens haben wir angeboten,künftig die Versorgung im bestehenden Nahwärmenetz zu übernehmen und ein entsprechendes Konzept vorgelegt", sagt ein Sprecher der SWT.
Hackschnitzelheizung an russischen Investor verkauft
Dieses sieht als eine Lösung den Betrieb eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkes mittels Kraft-Wärme-Kopplung vor, in Kombination mit einem Pufferspeicher und einem Gaskessel für die Spitzenlast. Die Rückmeldungen aus der Gemeinde und von Seiten der bisherigen Wärmeabnehmer seien durchweg positiv ausgefallen, so der SWT-Sprecher. Die Genossenschaft hatte aufgrund finanzieller Probleme die bestehende Holzhackschnitzelheizanlage vergangenen Sommer an einen russischen Investor verkauft, seitdem stellt die EnBW-Tochter Erdgas Südwest die Wärmeversorgung für die über 60 Abnehmer mit einer mobilen Öl-Heizzentrale sicher. Zu den Wärmekunden der Genossenschaft gehören Gewerbebetriebe, aber auch die Gemeinde, die Schule und der Kindergarten.
Fehlkalkulationen und hohe Wärmeverluste
Laut einem Artikel des "Schwäbischen Tagblatt" vom 11. August vergangenen Jahres hatten unter anderem Wärmeverluste in der Erzeugung von bis zu 30 Prozent und eine Fehlkalkulation bei den Wärmepreisen den Nahwärmeversorger in die finanzielle Schieflage gebracht.Im vergangenen Jahr kostete die MWh demnach noch zwischen 59 und 64 Euro und lag damit zeitweilig unterhalb der Rohölnotierung, mittlerweile liegt der Wärmetarif mehr als verdoppelt so hoch bei 135 Euro.
Beraten werden die Wärmegenosschenschaft Dettenhausen und die Gemeinde seit Jahresbeginn in Sachen Nahwärmenetz von Wilfried Kannenberg, dem ehemaligen technischen Geschäftsführer und heutigen technischen Generalbevollmächtigten der Stadtwerke Tübingen. In Waldenbuch und Dettenhausen betreiben die SWT bereits das Stromnetz. "Daher liegen uns diese benachbarten Gebiete, was die Versorgung anbetrifft, am Herzen und wir hoffen, dass wir hier den Zuschlag für das Dettenhäuser Nahwärmenetz erhalten", erklärte der Sprecher. (hoe)



