Geothermie kann nicht nur warm: Die Stadtwerke München (SWM) wollen am Energiestandort Süd in ihrer Heimatstadt Geothermie und Kraft-Wärme-Kopplung mitnutzen, um Fernkälte zu erzeugen. Der Versorger verfügt bereits über ein 22 Kilometer langes Fernkältenetz, nun soll das Netz um acht Kilometer wachsen und eine eigene Fernkältezentrale bekommen.
Ab Ende 2023 soll Fernkälte vom Energiestandort Süd über verschiedene Stadtteile bis in die Innenstadt strömen. So sollen noch mehr gewerbliche Abnehmer von der klimafreundlichen Kälte profitieren. Die Fernkältezentrale soll über 36 MW Leistung verfügen und rein rechnerisch über 100 Bürogebäude versorgen. Laut Angaben der SWM ist sie damit die größte Anlage in Europa.
70 Prozent weniger Strom als konventionelle Kühlung
Fernkälte funktioniert ähnlich wie Fernwärme: Auch hier wird ein Rohrleitungssystem genutzt, um thermische Energie über Wärmetauscher in die Gebäude zu transportieren. Vom Energiestandort Süd in München-Sendling aus soll Wasser mit Temperaturen von sechs bis zehn Grad Celsius in das Fernkältenetz eingespeist werden. In den angeschlossenen Gebäuden nimmt der Wärmetauscher die Energie aus der Gebäudeklimatisierung auf. Das erwärmte Wasser fließt im geschlossenen Kreislauf an den Energiestandort Süd zurück, wird wieder abgekühlt und erneut in den zu kühlenden Gebäuden eingesetzt.
Im Vergleich zur Kühlung über dezentrale, konventionelle Hausklimaanlagen spart Fernkälte bis zu 70% des Stromverbrauchs und reduziert auch die CO2-Emissionen entsprechend. (lm)



