Thüga-Chef Michael Riechel warnt vor drastischen Kostensteigerungen beim Heizen. Anlass für seine Äußerung ist eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) auf eine parlamentarische Anfrage. Darin stellt das Haus von Minister Robert Habeck (Grüne) klar, dass die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, wonach „zum 1. Januar 2025 jede neu eingebaute Heizung auf der Basis von 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden soll“ sowohl für den Ersteinbau in Neubauten als auch für den Austausch oder Ersatz von Heizungen in Bestandsbauten Anwendung finden soll.
„Diese Klarstellung des BMWK läuft auf eine ,Quasi-Pflicht‘ zum Einbau von Strom-betriebenen Wärmepumpen in Neu- und Bestandsimmobilien hinaus“, kritisiert Riechel. Damit missachte das BMWK die Tatsache, dass der Einbau von Wärmepumpen in Millionen Bestandsgebäuden technisch kaum oder gar nicht umsetzbar und mit einem erheblichen Sanierungsaufwand sowie einem zusätzlichen massiven Ausbau der Stromnetze verbunden sei, gibt der Thüga-Chef weiter zu bedenken. Das wird für Millionen Hauseigentümer wie auch Mieter zu deutlich höheren Kosten beim Heizen führen und insbesondere einkommensschwache Haushalte völlig überfordern.
Wärmepumpen für den Neubau, Gas für den Bestand
Negative Folgen, die Riechel für vermeidbar hält. Für gut gedämmte Neubauten seien Wärmepumpen eine adäquate Wahl. Ältere Gebäude mit konventionellen Heizkörpern, die knapp zwei Drittel des gesamten Bestands in Deutschland ausmachen, seien für den Einsatz von Wärmepumpen dagegen ungeeignet. „Hier sollte die neue Bundesregierung im Sinne des Klima- und Verbraucherschutzes ansetzen und zunächst dafür sorgen, dass die rund 4 Millionen Ölheizungen, die aktuell noch in Betrieb sind, zügig gegen moderne Gas-Brennwertkessel oder Fernwärme-Anschlüsse ausgetauscht werden. Allein durch den Einbau moderner Gas-Brennwertkessel können so bis zu 40 Prozent CO2-Emissionen gegenüber alten Ölheizungen eingespart werden“, so Riechel weiter.
Mittel- und langfristig könnten die Gasheizungen ohne großen Aufwand auf den Betrieb mit klimaneutralen Gasen wie Biomethan und klimaneutralem Wasserstoff umgestellt werden. Die Thüga habe dafür bereits im vergangenen Jahr der Politik die Einführung einer Treibhausgas-Minderungsquote für Gas vorgeschlagen, mit der sich bis zum Jahr 2030 zusätzlich gut 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen ließen. Das sei sozialverträglich, bezahlbar und versorgungssicher. „Das ist aus unserer Sicht der bessere Weg, die Wärmewende jetzt zügig voranzutreiben.“ (amo)



