Verunsicherte Verbraucher, viele Fragezeichen bei ausführenden Gewerken und Industrie: Der Bundesverband Wärmepumpe und der Energieberatendenverband GIH fordern von der Bundesregierung schnell Klarheit, wie es mit den verabredeten Anpassungen der BEG zum Jahreswechsel weitergeht. Die Ampel müsse die Klima- und Gebäudepolitik trotz aller Herausforderungen so aufstellen, dass etablierte Technologien und Geschäftsmodelle der Wärmewende nicht in Gefahr geraten.
Deutschland sei nicht nur zur Haushaltsdisziplin verpflichtet, sondern auch zum Klimaschutz, betonte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel. Es sei Konsens, dass die Wärmepumpe ein zentraler Baustein der Wärmewende sei. Für einen Hochlauf brauche es aber bessere Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass die im Wärmebereich bereits bewährten Instrumente und Programme weiter genutzt werden können und auch die neu beschlossenen Maßnahmen wie angekündigt in Kraft treten. Sabel sprach sich konkret dafür aus, die angekündigten staatlichen Zuschüsse zu den Netzentgelten zu erhalten, um den Strom für die Verbraucher nicht zu verteuern.
Energieberatung in der Krise
Besonders dramatisch scheint die Situation in der Energieberatung zu sein. Laut einer aktuellen GIH-Umfrage sehen sich zwei von drei Mitgliedern durch den Förderstopp infolge der Haushaltskrise in ihrer Existenz bedroht, wie Benjamin Weismann, GIH-Geschäftsführer, berichtet. Aus seiner Sicht eine fatale Entwicklung – schließlich würden Studien belegen, dass die Förderung von Energieberatungen gut investiertes Geld sei. Es würden viele Investitionen im Gebäudebereich angestoßen. Für Weismann steht fest: „Wir müssen unbedingt an die gute Dynamik der letzten Zeit anknüpfen. Immer mehr Sanierungswillige vertrauen auf gewerkeübergreifende Beratungen. Es bleibt also dringend zu hoffen, dass die ausgesetzten Förderprogramme rasch wieder aufgenommen werden, die neue BEG so wie angekündigt zum Jahresanfang 2024 kommt und somit nach Monaten der Flaute das Modernisieren von Gebäuden wieder in Gang kommt.“
Klaus Ackermann, BWP-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Nibe Systemtechnik aus Celle, betonte, dass seine Branche auf die Zusagen der Politik vertraut und im großen Stil in Fortbildung und Produktionskapazitäten investiert habe. Man sei bereit, die Wärmewende weiter voranzutreiben, der Staat müsse aber mitziehen.
Finanzierung sichern
Sabel machte konkrete Vorschläge zur Finanzierung der Wärmewende: die Einführung eines Klimagelds, aber auch eine Anhebung des CO2-Preises im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Der Abbau klimaschädlicher Subventionen sei ein wichtiger Ansatz, aber auch gezielte Anreize zum Ausstieg aus den Fossilen – etwa indem staatliche Bestandteile beim Strompreis gesenkt werden. (amo)
