Wärme

Vattenfall weiht 350. dezentrale Versorgungsanlage ein

Ein BHKW im Berliner Süden macht die runde Zwischenbilanz de schwedischen Energiekonzerns perfekt und die Aussichten für eine dezentrale Versorgung stehen günstig.
23.08.2018

Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler und Vattenfall Energy Solutions Geschäftsführer Hanno Balzer nahmen die „Energiestation“ im Keller der Neubaus in Betrieb.

Vattenfall Energy Solutions betreibt in Berlin und Hamburg mittlerweile 350 dezentrale Versorgungsanlagen. Das jüngste Projekt umfasst ein Blockheizkraftwerk und einen Gaskessel für die Wärme- und Trinkwasserversorgung von über 60 Wohneinheiten in der Bundeshauptstadt.

Dabei kann das BHKW bis zu 74 kW thermische Energie erzeugen und 20 kW Strom. Darüber hinaus liefert der Gaskessel rund 215 kW Wärme. Diese geballte Power kommt auf einer Nutzfläche von insgesamt  5200 Quadratmetern zum Einsatz.

Nächstes Großprojekt steht an

Für Hanno Balzer, Geschäftsführerbei Vattenfall Energy Solutions ist die Anlage "ein wichtiger Beleg für die anhaltende Bedeutung der dezentralen Energieversorgung in der wachsenden Stadt Berlin." Der Energiekonzern hat in den vergangen Jahren 150 MW an dezentraler Leistung in der Hauptstadt installiert. Das Portfolio soll bis 2030 auf dem gesamten deutschen Markt ausgeweitet werden. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Mio. Euro.

Kaum ist die neueste Anlage eingeweiht, steht auch schon das nächste Großprojekt für die Berliner an. Das Stadtquartier „Elisabeth-Aue“ im Bezirk Pankow käme ebenfalls für eine Versorgung durch ein BHKW und einen Gaskessel in Frage. Für besonders hohe ökologische Ansprüche ließe sich die KWK-Anlage mit Biomethan betreiben und auch um einen holzbefeuerten Kessel ergänzen. Bei einem hohen Strombedarf im Quartier, beispielsweise durch einen hohen Anteil an Elektromobilität, sollten PV-Module zur Mieterstromversorgung ergänzt werden.

Mieterstrom soll forciert werden

Für den Gesamtmarkt Berlin, wo Anfang des Jahres ca. 6650 Solarstromanlagen (90 MW) und rund 1500 BHKW (127 MW) am Netz waren, sieht Vattenfall Energy Solutions besonderes Potential beim Mieterstrom. Allerdings sei dies auch von der Veränderung des regulatorischen Umfeldes und der Förderung abhängig, betont Hanno Balzer. „Hier hoffen wir auf eine Angleichung der Förderung von Mieterstrom zu selbst verbrauchtem Strom bei Photovoltaik-Anlagen.“ (ls)