Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende eine Abwrackprämie für Ölheizungen vorgeschlagen. Jetzt beziehen der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), sowie das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) Stellung zu dem Vorschlag.
"Eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen kann eine sinnvolle Maßnahme sein, um die Energiewende in den Heizungskellern voranzutreiben", sagt BWP-Geschäftsführer Martin Sabel dazu. "Sie macht aus unserer Sicht allerdings nur dann Sinn, wenn eine massive Unterstützung für Erneuerbare Heizungssysteme damit einhergeht – z.B. durch eine faire CO2-Bepreisung und eine deutliche Entlastung der Strompreise." Dabei könne die Nutzung von Erdwärme und Umweltwärme über den Einsatz von Wärmepumpen hier einen Beitrag leisten. Wichtig sei allerdings auch, "dass das Handwerk sorgfältig auf diese Maßnahmen vorbereitet wird und bei der Umstellung auf regenerative Heizungssysteme unterstützt wird."
BEE begrüßt den Vorschlag
Der BEE hält den Vorstoß der Parteichefin für einen wichtigen Schritt, um im Wärmebereich mehr CO2 einzusparen. "Ölheizungen passen nicht in eine moderne, klimafreundliche Wärmeversorgung. Sie heizen das Klima auf. Wir müssen uns so schnell wie möglich von fossilen Energieträgern verabschieden", sagt Simone Peter, Präsidentin des Verbands.
Dazu schlägt der BEE eine steuerliche Förderung für Heizungstechnologien mit CO2-freien Energieträgern vor. Nur dadurch wäre sichergestellt, dass alte Ölheizungen nicht durch neue Ölheizungen ersetzt würden.
IWO: Oft keine Alternative zu Ölheizung
Das IWO sieht ebenfalls den Modernisierungsbedarf, mahnt aber davor, dass es in bestimmten, gerade ländlichen, Regionen keine "technisch sinnvollen oder bezahlbaren Alternativen" zum Einbau einer effizienten Öl-Brennwertheizung gibt. Als Hybridheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien könnten aber CO2-Einsparungen um 50 Prozent erreicht werden. "Auch deswegen sollten Programme zum Austausch alter Heizkessel nachhaltig, dauerhaft und technologieoffen gestaltet werden", teilt das Institut mit.
"Eine kurzfristige Abwrackprämie ist hierfür nicht das passende Instrument. Viel wichtiger wäre es, für Hauseigentümer langfristig verlässliche Rahmenbedingungen und, damit verbunden, dauerhafte Anreize zu schaffen - zum Beispiel in Form einer attraktiven steuerlichen Förderung für Sanierungsmaßnahmen", so Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO. (pm)



