Jedem Ende wohnt ein Anfang inne – auch in der Energiewirtschaft: Mit dem Aus für die Kohle werden auch die konventionellen Kraftwerke stillgelegt. Gleichzeitig braucht es mit einem steigenden Anteil an fluktuierenden Erneuerbaren eine große Kapazität von Energiespeichern. Genau darin liegt die Chance auf ein zweites Leben für Kraftwerksstandorte.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will fossile Kraftwerke zu gigantischen Wärmespeichern umbauen. "Mit der Nachnutzung kann ein Großteil der bestehenden – zum Teil noch jungen und sehr effizienten – Kraftwerkstechnik erhalten bleiben. Und indem die Infrastruktur aus dem 'ersten Leben' der Kraftwerke zu großen Teilen übernommen wird, spart der Umbau enorme Kosten und Arbeitsplätze können erhalten bleiben", erklärt Bernhard Hoffschmidt, Leiter des DLR-Instituts für Solarforschung.
Flüssigsalz als Speichermedium
Beispielsweise könnten Netzanschlüsse und Turbinen weiterhin genutzt werden. Lediglich die Zulieferung des Rohstoffes und die Speicher ändern sich. Im Rheinischen Revier soll ein erstes Wärmespeicherkraftwerk als Reallabor errichtet werden. Als Speichermedium setzt die DLR auf Flüssigsalz.
Salz ist nicht nur kostengünstig und weltweit verfügbar, sondern kann in flüssiger Form für Temperaturen von 170 bis 560 Grad Celsius eingesetzt werden. Seit September 2017 läuft am DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Köln ein Praxistest zur Wärmespeicherung in Flüssigsalz – mit der Testanlage Tesis (Test Facility for Thermal Energy Storage in Molten Salt). (ls)



