Warmes Grubenwasser stellt eine große Energiequelle dar. Die Steinkohlgruben des Ruhrgebiets könnten damit eine neue Funktion bekommen.

Warmes Grubenwasser stellt eine große Energiequelle dar. Die Steinkohlgruben des Ruhrgebiets könnten damit eine neue Funktion bekommen.

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Zum Jahresende werden die letzten beiden Steinkohlebergwerke in NRW, Prosper-Haniel und Ibbenbüren, stillgelegt. Doch die Nutzung der unterirdischen Stollen und Gruben soll damit nicht völlig beendet sein. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat via Potentialstudie „Warmes Grubenwasser“ untersuchen lassen, wie viel nutzbare Wärme im Grubenwasser vorhanden ist.

Von den Ergebnissen sind die Fachleute positiv überrascht. Allein in den Regionen des Steinkohlebergbaus wird nach dieser Studie in der Zukunft eine Wärmemenge von rund 1300 Mio. kWh pro Jahr zur Verfügung stehen – das LANUV nahm für seine Berechnungen das Jahr 2035 als Beispiel. Dies entspricht dem Wärmebedarf von circa 75 000 Einfamilien-Haushalten. Die Infrastruktur wäre teilweise auch schon vorhanden. Das warme Grubenwasser könnte über Wasserhaltungsstandorte oder zugängliche Schächte genutzt werden.

Chancen für eine Region, die unter Druck steht

Der Präsident des LANUV, Thomas Delschen, sieht hier eine Zukunftschance: „Die vermehrte Nutzung der Energie aus dem warmen Grubenwasser kann in den Bergbauregionen unseres Landes auf dem Weg zu einer effizienten und erneuerbaren Wärmeversorgung einen wichtigen Beitrag leisten.“ Ein besonders hohes Potenzial böten speziell die Wasserhaltungsstandorte des Steinkohlebergbaus, da hier die Wärme zu einem sehr großen Teil durch umliegende Wärmesenken direkt abgenommen werden könne.

Leonhard Thien, Leiter des Themengebietes Geothermie bei der Energieagentur NRW: „Der gesellschaftliche und der politische Druck auf die Zukunft der Steinkohle- und Braunkohlestandorte sind immens. Dass die Nutzung von Grubenwasser als Wärmequelle auch wirtschaftlich funktionieren kann, zeigen unsere Nachbarn im niederländischen Heerlen. Ich würde mir wünschen, dass wir das Beispiel Heerlen hier im Revier X-Mal vervielfältigen könnten.“ Die Autoren der Studie halten eine Einsparung von bis zu 1,2 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr für möglich. (sig)

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