Die sechs Faulbehälter mit Nachklärbecken sind das markanteste Detail der Klärschlammanlage der Ebswien.

Die sechs Faulbehälter mit Nachklärbecken sind das markanteste Detail der Klärschlammanlage der Ebswien.

Bild: © Christian Houdek

Wien Energie will künftig die Abwärme des Abwassers aus der Ebswien Kläranlage nutzen, um seine Fernwärmeversorgung zu dekarbonisieren. Hierfür sollen sechs Großwärmepumpen die Abwärme aus dem Abwasser auf die entsprechende Vorlauftemperatur bringen. Ein Teil der Anlagen hat nun den Betrieb aufgenommen.

Der Anlagenbau der ersten Ausbaustufe ist nach Angaben des österreichischen Versorgers abgeschlossen. Das gereinigte Abwasser aus der Kläranlage im Stadtteil Simmering nimmt nun bevor es in den Donaukanal fließt eine Umleitung durch die Wärmepumpen-Anlage. Dort sorgen 55 MW thermische Leistung dafür, dass rund sechs Grad Celsius an Abwärme genutzt werden können und heben das Temperaturniveau auf mehr als 90 Grad Celsius.

Ökostrom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk

So wird die Fernwärme für bis zu 56.000 Haushalte klimafreundlicher. Im Endausbau sollen sich zu den drei aktuell errichteten Wärmepumpen drei weitere gesellen. Dann liegt die thermische Leistung der Anlage bei insgesamt 110 MW. Davon sollen dann bis zu 112.000 Haushalte profitieren.

Noch ist die Fernwärmeversorgung in der Millionenstadt überwiegend fossil, aber allein mit der ersten Ausbaustufe vergrünt sie sich um circa sieben Prozent. Dabei produzieren die Wärmepumpen nicht nur direkt erneuerbare Wärme, sondern auch der indirekte CO2-Fußabdruckt sinkt, denn die Anlage wird vollständig mit Ökostrom aus dem nahegelegenen Verbund-Wasserkraftwerk Freudenau betrieben.

Eines der größten Fernwärmenetze Europas

Mit den neuen Wärmepumpen wurde auch eine neue Pumpstation für das Fernwärmenetz notwendig. Wien verfügt über eines der größten Fernwärmenetze Europas und das Netz soll die kommenden Jahre noch wachsen. Letztlich will Wien bis 2040 etwa 56 Prozent der Haushalte mit klimaneutraler Wärme versorgen. (lm)

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