Das EU-Energielabel (EU-Energieverbrauchskennzeichnung) findet sich inzwischen auf vielen Produkten.

Das EU-Energielabel (EU-Energieverbrauchskennzeichnung) findet sich inzwischen auf vielen Produkten.

Bild: © Michael Staudinger/Pixelio

Von grün (A) bis rot (G) reicht die Skala des Energieeffizienzlabels: Verbraucher kennen die Klassifizierung bereits von sämtlichen Haushaltsgeräten. Bei Wärmerzeugungsanlagen, Warmwasserbereitern, - speichern und Verbundanlagen hat das Labeling auch nach drei Jahren noch Akzeptanzprobleme.

Seit dem 26. September 2015 gilt die EU-weite Kennzeichnungspflicht für sämtliche Heizungsmodelle und Kombinationen, sowie für Warmwasserboiler. Hersteller, Händler und Kunden sollen motiviert werden, die Energieeffizienz stärker in Entwicklungsprozesse, Verkaufs- und Kaufentscheidungen einzubeziehen und so die Energie- und Wärmewende voranzutreiben. In der Praxis stellt das Label jedoch alle Beteiligten vor Herausforderungen: „Bisher überwiegt für Industrie und Handwerk (...) eindeutig der Aufwand, während Endkunden sich mit den vielen verschiedenen Informationen der Labels schwertun“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Verbundanlagen erfordern individuelle Berechnung

Besonders schwierig gestaltet sich die Zertifizierung von Verbundanlagen (die Kombinationvarianten von Heizung, Temperaturregler und Solarerzeugung), denn die Verbrauchswerte müssen individuell errechnet und daraus ein Label abgeleitet werden. Für Handwerker kostet die manuelle Recherche von Produktdaten und die anschließende Auszeichnung mehr Zeit und Geld.

Das EU-Projekt „LabelPackA+“ sollte die Einführung der Zertifizierung unterstützten: Die Koordinatoren, Solar Heat Europe und ESTIF, organisierten gemeinsam mit Partnern vor Ort (unter anderem BSW-Solar) Informationsveranstaltungen für Hersteller und Handwerker, erarbeiteten Materialien und etablierten ein Label-Berechnungstool in fünf Sprachen. Mittlerweile wurde das Projekt abgeschlossen. Auch wenn der Effizienzausweis bis jetzt nur schleppend im Markt ankommt, zieht Körnig ein positives Fazit: „Wir haben dazu beigetragen, dass die Erfahrungen von Herstellern sowie Vertretern der Handwerkerschaft, öffentlichen Institutionen in Deutschland und Verbraucherschützern an die EU-Kommission zurückgespiegelt wurden und hoffen auf eine Berücksichtigung dieser Vorschläge bei künftigen Novellierungen.“ (ls)

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