Der jahrelange Rechtsstreit zwischen dem früheren Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Figl und der Stadt Dorfen wurde beigelegt. Wie der Merkur berichtet, wurden im Rahmen eines Güterichterverfahrens insgesamt drei Prozesse mit einem Vergleich beendet. Figl hatte im Zusammenhang mit seinem Rausschmiss als Stadtwerke-Chef sowohl gegen die Stadt als auch gegen Bürgermeister Heinz Grundner geklagt.
Dieser hat nun gemeinsam mit Klaus Steiner, dem aktuellen Geschäftsführer der Stadtwerke, eine gemeinsame Erklärung abgegeben, die auch auf der Homepage der Stadt zu finden ist. Darin nehmen bei zu der „kontroversen Diskussion über die Umstände und Hintergründe des Ausscheidens unseres ehemaligen Geschäftsführers der Stadtwerke Dorfen GmbH“ Stellung.
Stadt lobt Figls Verdienste
Es sei erfreulich, dass man in einer menschlich für alle Seiten herausfordernden Situation einen Kompromiss gefunden und sich „vernünftig und ausgewogen“ mit Figl geeinigt habe. „Alle in der Vergangenheit erhobenen Vorwürfe und wechselseitigen Unstimmigkeiten sind damit in ihrer Gesamtheit vollständig ausgeräumt und wir dürfen hier im Namen der Stadt, der Stadtwerke Dorfen GmbH und des Aufsichtsrats der Stadtwerke Dorfen GmbH ausdrücklich eine Ehrenerklärung für Herrn Dr. Figl abgeben“, heißt es in der Erklärung weiter.
Figl habe in seiner Zeit als Geschäftsführer neue Geschäftsfelder erschlossen, die Stadtwerke wirtschaftlich und ökologisch weiterentwickelt und wesentlich zum Erhalt und der Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke beigetragen, loben der Bürgermeister und Figls Nachfolger. Beide bedanken sich anschließend bei dem geschassten Stadtwerke-Chef für seine „kluge, aufopferungsvolle und außerordentlich erfolgreiche Arbeit“ bei den Stadtwerken.
Figl gab nicht auf
Wie der Merkur berichtet, wurde diese Erklärung auch bei der vergangenen Sitzung des Stadtrats vorgetragen. Die Stadt-Parlamentarier haben dem Vergleich offenbar zugestimmt. Über die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.
Der Dauerstreit zwischen Figl und der Stadt Dorfen hatte in der Branche hohe Wellen geschlagen, auch weil Figl sich mit seiner Entpflichtung als Stadtwerke-Geschäftsführer nicht abfinden wollte, sondern sich teils erfolgreich durch alle Instanzen klagte.
Vom Rechtsstreit zur Schlammschlacht
Kompliziert wurde die Angelegenheit auch dadurch, dass Figl nicht „nur“ Geschäftsführer, sondern zugleich auch Kaufmännischer Leiter der Stadtwerke war. Auch dieses Arbeitsverhältnis wollten die Stadtwerke im Frühling 2017 vorsorglich kündigen, scheiterten damit aber vor dem Landesarbeitsgericht München.
Die Auseinandersetzung um seine Entlassung entwickelte sich zur Schlammschlacht, als Figl angezeigt wurde – angeblich weil er einen Mitarbeiter genötigt haben sollte. Die Ermittlungen wurden eingestellt, Figl sprach damals gegenüber der ZfK von einem „Komplott“ gegen ihn.
Nach Informationen des Merkur lief Figls Arbeitsvertrag als Kaufmännischer Leiter bis zuletzt weiter. Er war demnach von seiner Tätigkeit freigestellt, erhielt aber weiter sein Gehalt. (amo)
