Nach nur zehn Monaten könnte der Pforzheimer Stadtwerke-Chef Herbert Marquard seinen Posten schon wieder räumen müssen. Laut einem Bericht der "Badischen Neuen Nachrichten" ("BNN") erheben Aufsichtsräte schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer. Marquard war erst im Januar auf Roger Heidt und Thomas Engelhard gefolgt.
Aufsichtsratssitzung am Freitag
Dem Bericht zufolge ist für diesen Freitag eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt. Darüber habe zuerst die "Pforzheimer Zeitung" berichtet. Inhalt der Aufsichtsratssitzung könne auch die mögliche Abberufung des Geschäftsführers sein. Befürworten würden dies laut den "BNN" zwei SPD-Aufsichtsratsmitglieder.
Aus dem Aufsichtsrat heißt es, ähnlich wie bei den Vorgängern, Marquard hätte "bewusst falsch informiert" und man könne dem Geschäftsführer nicht mehr vertrauen.
Vorsitzender im Krankenhaus
Der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Büscher, Pforzheims Erster Bürgermeister, konnte aus gesundheitlichen Gründen noch keine Stellung beziehen. Die Sitzung am Freitag werde deshalb wohl von Büschers Stellvertreter Otto Huber geleitet werden, der den Minderheitsgesellschafter Thüga vertritt.
Die konkreten Vorwürfe sind unklar, heißt es in den "BNN". Möglicherweise könnte aber ein, trotz Aufsichtsratsbeschluss, nicht veräußertes 50-prozentiges "Smart-Home"-Tochterunternehmen eine Rolle spielen.
Belegschaft steht hinter Marquard
Bei den Mitarbeitern herrsche großes Unverständnis, heißt es in einer Mitteilung des Betriebsrats. "Unsere Kolleginnen und Kollegen haben Herrn Marquard in einer nie gekannten Offenheit und Transparenz kennengelernt", wird der Betriebsrat in den "BNN" zitiert. (pm)
