Bild: © IHK Hannover

Neue Töne kommen aus Niedersachsen: „Die Elektromobilität alleine ist keine Lösung. Wir werden in Zukunft auch verstärkt auf Gas-Antriebe und weitere alternative Antriebstechnologien setzen müssen, um die Klimaziele zu erreichen und Fahrverbote in den Städten zu vermeiden. CNG-Fahrzeuge sind beispielsweise eine gut wirksame Alternative zu Benzin und Diesel-Motoren“, sagte Bernd Althusmann, Wirtschaftsminister der SPD-CDU-Regierung in Niedersachsen.

Vor rund 1000 Vertretern aus Politik und Wirtschaft stellte Althusmann beim traditionellen Jahresauftakt der IHK Hannover Anfang der Woche als stellvertretender Ministerpräsident die wirtschaftspolitische Ausrichtung der niedersächsischen Großen Koalition vor. Klima- und Umweltpolitik spielte in seiner Rede keine wesentliche Rolle; auch die Elektromobilität war ein Randthema.

Nur E-Busse ist "zu kurz gesprungen"

Umso mehr fielen seine Aussagen zur CNG-Mobilität und der Hinweis, dass die Fokussierung auf Akku-Antriebe der falsche Weg sei, auf. Dies gelte auch für den ÖPNV. „Busse überall zu Hundertprozent auf Elektroantriebe umzustellen, erscheint mir zu kurz gesprungen. Neben den Klima- und Umweltschutzaspekten sind auch finanzielle und volkswirtschaftliche Argumente zu berücksichtigen: Der Aufbau der bisher nicht vorhandenen Infrastruktur bindet Mittel, die wir ggf. an anderer Stelle wirkungsvoller einsetzen können“, stellte der Minister in Hannover fest. Nicht vergessen werden solle außerdem, dass auch deutsche Hersteller Gas-Busse verstärkt auf den Markt bringen müssen und somit die Fördermittel nicht nur ins europäische Ausland fließen.

Auch Landeshauptstadt erkennt Bedeutung für die Luftreinhaltung

Fast zeitgleich äußerte sich die hannoversche Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Bündnis 90/Grüne) gegenüber der Neuen Presse ähnlich. „Wenn wir die Abgaswerte senken wollen, kann auch Erdgas eine Alternative sein", so die zuständige Dezernentin im Umfeld einer Ausschusssitzung, in der die Ratspolitiker über Maßnahmen zur Luftreinhaltung berieten. Hannover ist eine der mehr als ein Dutzend deutschen Städte, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wegen Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte verklagt hat. (vo)

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