Der ÖPNV soll eine Milliardenhilfe erhalten.

Der ÖPNV soll eine Milliardenhilfe erhalten.

Bild: © SWA

In einem Radius von einigen Hundert Metern in der City soll künftig für die Benutzung von Bussen und Straßenbahnen nichts mehr bezahlt werden müssen, kündigte der Geschäftsführer der Augsburger Stadtwerke, Walter Casazza, am Donnerstag im Stadtrat an. "Ich kenne keine Großstadt in Deutschland, die ein derartiges Angebot macht", sagte er nach Angaben der Stadt. Zunächst hatte die "Augsburger Allgemeine" über das neue Angebot berichtet, das möglichst ab Ende 2019 gelten soll.

Vor drei Monaten gab es in Deutschland kurzzeitig eine Diskussion über komplett kostenlosen Nahverkehr in den Kommunen. Doch die Initiative der Bundesregierung stieß auf Skepsis in den Städten. Augsburg will nun solch ein Angebot zumindest in einem kleinen zentralen Bereich der fast 300 000 Einwohner großen Stadt umsetzen. Die Stadtwerke rechnen mit Mindereinnahmen von einer halben Million Euro pro Jahr. Dieser Betrag soll durch staatliche Fördermittel abgefedert werden.

Stadtwerke-Chef: Idee schon lange in meinem Kopf

Casazza sagte, dass er aus dem österreichischen Graz diesen Service schon seit seiner Studienzeit dort kenne. "So ist diese Idee schon lange in meinem Kopf." Mit der Initiative reagiert der Chef des Kommunalunternehmens auch auf heftige Kritik an der jüngsten Preisreform des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV). Insbesondere Gelegenheitsfahrgäste hatten kritisiert, dass Kurzstreckenfahrten in der City teurer geworden sind. Etliche Nutzer kündigten an, wieder mit dem Auto ins Zentrum fahren zu wollen. (hil/dpa)

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