Wie kann die Mobilitätswende in Städten gelingen? Neben restriktiven Maßnahmen wie Zufahrtsbeschränkungen und der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung spielen der Ausbau des Nahverkehrsangebots und der Infrastruktur für aktive Mobilitätsformen eine zentrale Rolle. Handlungsempfehlungen der Berater von PwC Deutschland hat das Umweltbundesamt in einer Online-Broschüre veröffentlicht. Sie richtet sich an politisch Verantwortliche, kommunale Verwaltungen, Verkehrsunternehmen sowie Verbände.
Es müsse eine Kombination von Push- und Pull-Maßnahmen geben, so die Berater. Zudem liege ein großes Potenzial für nachhaltigere Mobilität in der Digitalisierung. Digitale Mobilitätsplattformen ermöglichen die Nutzung von Leihrädern oder Carsharing als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr. Mit der Einführung von 5G bestehe zudem die Möglichkeit, Verkehrsströme smart zu lenken und Haltezeiten zu verringern, etwa durch intelligent gesteuerte Ampelschaltungen oder Stauumleitungen in Echtzeit.
Parkplätze reduzieren und verteuern
Maximilian Rohs von PwC empfiehlt, den Verkehr durch konsequentes Parkraummanagement, verbunden mit höheren Parkgebühren und der Reduzierung der Parkmöglichkeiten, zu regulieren: Eines der Vorbilder sei die Stadt Wien. Die dortige Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Anteil der Verkehrswege, die mit dem Auto zurückgelegt wurden, von 40 Prozent 1993 auf 27 Prozent im Jahr 2020 gesunken ist.
Auch die Digitalisierung kann helfen, den urbanen Verkehr smarter, umweltfreundlicher und unabhängiger von individuell genutzten Pkw zu machen.“ So erleichtern heute bereits Apps die Nutzung von Carsharing, Leihrädern oder E-Rollern als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr. Digitale Mobilitätsplattformen könnten die unterschiedlichen Angebote künftig bündeln und somit etwa den Wechsel zwischen Ridesharing und E-Roller noch einfacher machen.
Autonome Autos fahren gleichmäßiger
Autonome Fahrzeuge könnten die Mobilität in Zukunft nachhaltiger und sicherer machen. Deren gleichmäßige Fahrweise führe zu flüssigerem Verkehr und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Technische Entwicklungen spielen bei den Empfehlungen von PwC ebenso eine Rolle wie Finanzierungsstrategien für den ÖPNV oder städtebauliche Maßnahmen. „Die Lösungen für eine nachhaltige Stadtmobilität liegen auf dem Tisch“, heißt es bei PwC. Jetzt müsse alle Kraft auf die Umsetzung gelegt werden, um mit einer Mobilitätswende eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen zu lösen. (wa)
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