Der autonome Bus dreht seine Runden mittlerweile ohne Operator.

Der autonome Bus dreht seine Runden mittlerweile ohne Operator.

Bild: © RMV/Arne Landwehr

Autonome Shuttles könnten neue Chancen bieten, um den ländlichen Raum als Wohnraum attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig muss jedoch die Wirtschaftlichkeit der Shuttles gewährleistet werden.

Wie dies beispielsweise durch den kombinierten Transport von Personen und Gütern gelingen kann, analysierten Forschende im Projekt Kombinom. Daran beteiligt sind die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und die Hochschule Hannover (HsH). Ziel des daran anknüpfenden Forschungsvorhabens Kombinom_2 ist nun die Entwicklung einer Simulationsanwendung zur Einführung dieser autonomen, kombinierten Shuttles.

Synergien durch Kombination von ÖPNV und Warentransport

„Die Taktung des ÖPNV-Angebots im ländlichen Raum ist gegenüber urbanen Gebieten deutlich niedriger“, erklärt Projektleiter Kai-Oliver Schocke von der Frankfurt UAS. „Heutige Mobilitätsbedürfnisse werden nur teilweise und mit Fokus auf Stoßzeiten befriedigt. Dies hat eine verstärkte Nutzung privater Pkw zur Folge. Ein nachfrageorientiertes, autonomes Angebot bietet großes Potenzial, die Versorgungsstruktur kostendeckend zu verbessern. Durch die Kombination von ÖPNV und Warentransport können Synergien genutzt werden, um die Daseinsvorsorge sicherzustellen.“

Christoph von Viebahn von der HsH weist auf die Chancen des Konzeptes hin: Personen und Güter weisen unterschiedliche Spitzenzeiten auf, in denen sie befördert werden möchten. Eine Abdeckung beider Verkehre mit einem Fahrzeug bietee die Möglichkeit, Flotte und Fahrer besser auszulasten und somit Wartezeiten deutlich zu verkürzen. Dadurch könne kurzfristig mit heutigen Fahrzeugen im ländlichen Raum ein besserer Service geboten werden.

Sharing-Konzepte oft nur in Ballungsräumen

Ein späterer Einsatz autonomer Fahrzeuge biete weitere Potenziale, zeitgemäße Mobilität in die Fläche zu bringen. „Heutige Sharing-Konzepte mit E-Scooter, E-Vespa oder Ride-Pooling-Fahrzeug sucht man außerhalb der Ballungsräume vergeblich“, so Christoph von Viebahn. „Hier wollen wir mit einem detaillierten Konzept eine tragfähige Lösung für zukünftige Verkehre liefern.“

Im Projekt werden Szenarien für wirtschaftliche, zeitliche, rechtliche, räumliche und soziale Zielgrößen untersucht und reale Anwendungsfälle geprüft. Dabei wird die Konvergenz von Logistik und Mobilität analysiert und weiterentwickelt, um ökonomische, ökologische und soziale Mehrwerte zu leisten und die Lebensqualität auf dem Land zu erhöhen. (wa)

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