Bild: © Continental

Brennstoffzellen-Antriebe müssen nach Ansicht von Continental-Chef Elmar Degenhart deutlich stärker auch für den Einsatz in kleineren und günstigeren Autos gefördert werden. „Dass man von politischer Seite Milliarden in den Komplex Wasserstoff investieren will, begrüßen wir“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers. Nötig sei aber ein breiterer Einschluss von Pkw. Im Verkehr sei diese Technik bisher eher eine Nische für Nutzfahrzeuge gewesen. Das sei ein sehr großer Fehler, sagte Degenhart.

In acht Jahren mit Elektroantrieb vergleichbar

„Wir glauben, dass sie in etwa acht, neun Jahren mit dem batterieelektrischen Pkw-Antrieb vergleichbar sein könnte – unter Umweltgesichtspunkten und bei den Kosten“, sagte Degenhart. In schwereren Pkw und auf längeren Strecken werde die Brennstoffzelle dem Elektroantrieb künftig sogar überlegen sein.

Bezogen auf den Gesamtaufbau sei der Brennstoffzellen-Antrieb einigen Verbrennern recht ähnlich, sagte Degenhart. Er könnte somit auch angesichts des schwierigen Wandels von Benzin- und Dieselmotoren zu alternativen Antrieben eine wichtige Rolle für zukunftsfeste Jobs in der Autobranche spielen: „Mit Blick auf die hierzulande vorhandenen technologischen Kompetenzen und damit auf die Beschäftigung ist er sinnvoller als die batterieelektrische Variante.“

Serienreife Festkörper-Batterien dauern noch

Länder wie Japan, Südkorea oder China hätten die Chancen erkannt. „Bei uns dagegen besteht jetzt zusätzlich die große Gefahr, dass die E-Ladeinfrastruktur später so weit entwickelt ist, dass die Bereitschaft, eine zweite Infrastruktur für Wasserstoff aufzubauen, nicht mehr vorhanden ist“, sagte der Chef des nach Bosch größten Zulieferers der Welt. Dabei habe herkömmliche Lithium-Ionen-Technik bei Elektroautos „physikalisch bedingte Grenzen, die verhindern, dass wir uns dem Kostenniveau eines modernen Verbrenners nähern“.

Schwierig sei, dass Hersteller gerade zwischen 2025 und 2030 in den massenhaften Hochlauf der E-Mobilität gezwungen werden – und dieser muss Lithium-Ionen-basiert erfolgen, so Degenhart. Schon bei Batterieantrieben sei ein Technologiesprung nötig. Aber Festkörper-Batterien aus anderen Materialien mit höherer Energiedichte seien im Industriemaßstab vor 2030 nicht realistisch. (dpa/wa)

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