Bild: © Fotohansel/stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz (KI) wird den Straßenverkehr der Zukunft prägen. Aber KI-Lösungen erfordern extrem viele Bild- und Sensordaten. Die Kosten und der Aufwand dafür sind oft nur für große Konzerne zu stemmen. Das wiederum stellt für weniger finanzstarke Marktteilnehmer einen Nachteil dar.

Das Forschungsprojekt Ocross („Open Data Crowd Sensing Service für die einfache Fusion annotierter und schwarmbasierter Massendaten“) erarbeitet einen Ansatz, um Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen einen Zugang zu Open-Source-Crowd-Daten zu ermöglichen. Die Konsortialführung des Projekts liegt beim FZI Forschungszentrum Informatik. Partner sind die Unternehmen Kosima und Hochtief PPP Solutions.

Freiwillige erfassen Strecken mit Smartphones

Um den Zugang zu den Daten zu ermöglichen, wurde im Ocross-Plattformkonzept ein Marktplatz mit Crowd-Datenmaterial entwickelt. Diese Daten werden von freiwilligen Teilnehmenden per Smartphones erfasst, die ihr Gerät im Fahrzeug auf die Straße ausrichten und fixieren.

Die App zeichnet sekündlich Fotomaterial und hochfrequente Sensordaten auf, wie zum Beispiel GPS und Beschleunigungsdaten. Diese werden verschlüsselt an einen Server gesendet. Dort werden sie automatisch anonymisiert, indem beispielsweise Gesichter und Kennzeichen unkenntlich gemacht werden.

Praxisanwendung Baustellen-Monitoring

Erste Anwendungsfälle wurden bereits mit den Konsortialpartnern erstellt. So wurden Verfahren entwickelt, um frühzeitig Straßenschäden zu erkennen und somit den Reparaturaufwand für die Kommunen niedriger zu halten. Kosima war verantwortlich für die Aufzeichnung und Bereitstellung von hochwertigen Spezialistendaten. Zudem hat das Unternehmen sein Wissen zu Straßenzustandsermittlung eingebracht sowie das Daten-Labeling vorgenommen.

Für Hochtief PPP Solutions sind die Daten für das Baustellen-Monitoring relevant. Damit lässt sich mit weniger personellem Aufwand die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten. Beispiel: Straßenschilder in Baustellen werden von einer KI hinsichtlich ihrer korrekten Positionierung analysiert. Hochtief PPP Solutions hat für das Projekt die Crowd-Daten erhoben und sein Wissen im Bereich Infrastrukturmanagement eingebracht.

Das FZI als Konsortialführer hat die Crowd-App entwickelt. Es war verantwortlich für den Aufbau der IT-Infrastruktur sowie die Datenfusion und -verarbeitung hinsichtlich Exploration, Analysen oder auch Verfahrensentwicklung. (wa)

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