Dresden erprobt eine bisher wenig verbreitete Art des Wohnungsbaus: Car-Sharing- ersetzen PkW-Parkplätze; so kann die Anzahl für neue Stellplätze um drei Viertel reduziert werden. Der Regionalversorger SachsenEnergie profitiert und sorgt für die Ladeinfrastruktur.
Gerade junge Menschen verzichteten immer häufiger auf ein eigenes Auto und benötigten deshalb auch keinen eigenen Pkw-Stellplatz in ihrer Wohnanlage, erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklung berücksichtigt die seit 2018 geltende Stellplatz- und Garagensatzung (StGaFaS) in Dresden.
So seien seit 2018 250 neue Carsharing-Stellplätze geplant worden, die 1.000 Stellplätze an Neubauobjekten ersetzten.
Denn die Regelung erlaubt eine Reduzierung der geforderten Stellplatzanzahl an Neubauprojekten, unter anderem wenn eine Carsharing-Station geschaffen wird. Die Einrichtung eines Carsharing-Stellplatzes ersetzt dabei den Bau von vier regulären Stellplätzen.
Regelung soll auch Baukosten sparen
Dies soll einerseits Baukosten sparen und andererseits mehr Flächen für Wohnraum oder beispielsweise Grünanlagen schaffen. Zudem werde der Zugang zu nachhaltigen Mobilitätslösungen erleichtert, denn Anwohner:innen haben „ihre“ Carsharing-Station direkt vor der Haustür.
100 der neuen Carsharing-Plätze hat die kommunale Wohnungsbaugesellschaft WiD (Wohnen in Dresden) geplant, welche vorrangig sozialen Wohnraum errichtet.
Mieter:innen der WiD erhalten zudem Sonderkonditionen für die Carsharing-Nutzung. Damit soll auch einkommensschwächeren Personen der Einstieg ins Carsharing erleichtert werden.
E-Autos für Mieter:innen im sozialen Wohnungsbau
Eine zusätzliche positive Entwicklung sei, dass die Stationen des Anbieters teilAuto an den WiD-Mietwohnungen besonders häufig E-Autos bereithalten.
2024: Ein Drittel der Flotte soll elektrisch sein
Aktuell gebe es 90 E-Carsharing-Fahrzeuge in Dresden. Für 2024 plant teilAuto in rund 100 neue Ladepunkte zu investieren. Ziel des Gemeinschaftsauto-Anbieters sei es dabei, den Anteil von E-Fahrzeugen in der Gesamtflotte im kommenden Jahr auf 30 Prozent zu erhöhen.
SachsenEnergie ist Partner des städtischen Wohnungsbaugesellschaft
„SachsenEnergie hat als Komplettdienstleister in Sachen Ladeinfrastruktur neben Industrie und Gewerbe auch die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft im Blick - gerade dort, wo es verdichteten Wohnraum gibt“, erklärt Carsten Wald, Abteilungsleiter Infrastruktur Service bei der SachsenEnergie.
Bisher habe SachsenEnergie an fünf WiD-Standorten Ladeinfrastruktur geschaffen, mindestens sieben weitere WiD-Gebäude kämen noch hinzu.
teilAuto: Zu wenig Parkplätze für uns in Dresden
Obwohl Dresden im Neubau stark auf die Sharing-Modelle setzt, kritisierte teilAuto in der Vargangenheit die Situation im Bestand.
Denn in eng bebauten Wohngegenden gebe es keine anmietbaren Flächen für die Sharing-Stationen mehr, obwohl dort mehr Fahrzeugbedarf bestehe anhand der Menschen, die dort wohnen und Carsharing nutzen wollten.
In Dresden gibt es kein "Free Floating", also, dass die Fahrezeuge beliebig abgestellt werden dürfen. (pfa)
