Günther Schuh ist wieder Kopf des Streetscooter-Projekts.

Günther Schuh ist wieder Kopf des Streetscooter-Projekts.

Bild: © e.volution

Für den Streetscooter könnte es eine neue Zukunft geben: Nach jahrelangem Hin und Her sowie mehreren Insolvenzen gibt es Pläne, die Produktion des Elektrotransporters wieder aufzunehmen. Und diese neuen Pläne kreisen um den Streetscooter-Erfinder Günther Schuh und die DHL als größten Kunden des Fahrzeugs.

Das Unternehmen „e.Volution“ von Günther Schuh hat die insolvente Firma Nob Manufacturing übernommen. Dies teilt Nob-Insolvenzverwalter Dirk Wegener von der dphg mit. Nob wiederum ist Nachfolger der B-On, die die Streetscooter-Produktion Mitte 2022 von DHL erwarb.

DHL bestellt 700 Streetscooter

Gleichzeitig ist „e.Volution“ eine strategische Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Neapco eingegangen, der das Fahrzeug in Düren montierte. Neapco wiederum hat von DHL Betriebsmittel für die Fahrzeugmontage erworben.
 
Passend dazu gab es einen Großauftrag der DHL Group: Der Paketdienstleister hat 700 E-Fahrzeugen bestellt. Damit werde die Weiterführung des Betriebs und der Erhalt der Arbeitsplätze bei Nob, Neapco und bei weiteren Zulieferern möglich gemacht. Die DHL Group habe zudem in kürzester Zeit die Voraussetzungen für die Beauftragung und für den Verkauf wesentlicher Betriebsmittel an e.Volution geschaffen, die bisher noch in ihrem Eigentum standen.

„Der Fall war recht kompliziert“

„Der Fall war recht kompliziert, weil viele Partner wie die DHL und zahlreiche Schlüssel-Lieferanten mitwirken mussten, die nicht unmittelbar an der Insolvenz der Nob beteiligt waren, ohne deren Mitwirkung aber eine Rettung nicht möglich geworden wäre“, fasst Dirk Wegener die Einigungen zusammen. „Es gab viel zu moderieren und zu motivieren in diesem Verfahren“.

Günther Schuh setzt mit seiner Firma auf extreme Langlebigkeit der Basisfahrzeuge. Das Unternehmen hat demnach mit der RWTH Aachen einen Upgrade-Re-Assembly-Prozess entwickelt, der eine regelmäßige kostengünstige Aufwertung bestehender Fahrzeuge ermöglicht. „Die Beanspruchung der Streetscooter im täglichen Betrieb ist höher als bei jedem anderen leichten Nutzfahrzeug. Hier kann unser Konzept seine Wirkung vorbildlich entfalten und den ökologischen Fußabdruck über den Lebenszyklus wesentlich verbessern und gleichzeitig die Betriebskosten senken“, erläutert Schuh in einer Pressemitteilung. (wa)

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