Der Energiedienstleister GGEW baut sein Ladenetz und sein E-Carsharingangebot weiter aus. Das Bild zeigt die Einweihung der Ladestation am Friedhof in Alsbach-Hähnlein im Landkreis Darmstadt-Dieburg (von links): Carsten Hoffmann, Vorstand GGEW AG; Georg Rausch, Bürgermeister der Gemeinde Alsbach-Hähnlein; Sascha Quadt, Projektverantwortlicher E-Mobilität bei der GGEW; Dominik Rudolf, PR-Manager GGEW.

Der Energiedienstleister GGEW baut sein Ladenetz und sein E-Carsharingangebot weiter aus. Das Bild zeigt die Einweihung der Ladestation am Friedhof in Alsbach-Hähnlein im Landkreis Darmstadt-Dieburg (von links): Carsten Hoffmann, Vorstand GGEW AG; Georg Rausch, Bürgermeister der Gemeinde Alsbach-Hähnlein; Sascha Quadt, Projektverantwortlicher E-Mobilität bei der GGEW; Dominik Rudolf, PR-Manager GGEW.

Bild: © GGEW AG

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur wird in den kommenden Jahren exponentiell steigen, ist Carsten Hoffmann, Vorstand der südhessischen GGEW AG überzeugt. Allein die Zulassungszahlen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen im südhessischen Kreis Bergstraße, dem Stammgebiet des Energiedienstleisters, haben sich seit Ende vergangenen Jahres auf rund 1400 Fahrzeuge verdoppelt. Aktuell sind in dem Landkreis rund 400 Elektrofahrzeuge und 1000 Hybridfahrzeuge zugelassen.

Ladeaufkommen an GGEW-Säulen hat sich fast verdoppelt

"Das geht sicherlich auch mit unserem Ladeinfrastrukturausbau einher. Das gibt den Bürgern letztlich das Vertrauen, sich ein Elektro- oder Hybridfahrzeug zu kaufen. Sie wissen, dass sie in unserer Region nicht liegen bleiben werden", so der GGEW-Vorstand im Gespräch mit der ZfK.  Das Unternehmen verzeichnet im laufenden Jahr eine rapide Zunahme an Ladevorgängen. Das Ladeaufkommen hat sich innerhalb des letzten Jahres fast verdoppelt; insbesondere die Säulen im Innenstadtbereich seien zum Teil sehr gut frequentiert.

Das kommunale Unternehmen betreibt mittlerweile 54 Ladepunkte. Zuletzt wurde ein Ladesäulenpark mit acht Ladepunkten in einem Gewerbegebiet und eine E-Carsharing-Station, die täglich von der Caritas genutzt wird, eingeweiht. Außerdem wurden drei neue Ladestationen in Alsbach-Hähnlein im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Betrieb genommen. Den neuen Ladesäulenpark habe man bewusst in ein Gebiet mit vielen Gewerbebetrieben und großen Fitnesstudios positioniert. Außerdem befinde sich dieser nur zwei Minuten von der Autobahn entfernt, so dass ziemlich viel Traffic vorhanden sei, so Hoffmann.

Nutzungsverhalten und Aulastung im Fokus

Die neue E-Carsharing-Station ist hingegen Teil eines Pilotversuchs mit der Caritas, die soziale Organisation nutzt das dort vorhandene E-Fahrzeug täglich zu festen Zeiten morgens und am frühen Abend. "Wir erhoffen uns hier vor allem weitere Erkenntnisse über das Nutzungsverhalten und die Auslastung dieser Station", sagt Hoffmann. Den Energieversorger interessiere unter anderem, ob die Fahrzeuge zur vereinbarten Zeit von den Privatnutzern zurückgebracht werden und so eine reibungslose Nutzung durch die Caritas gewährleistet werden kann. "Außerdem wollen wir herausfinden, ob die Zeiten, in denen die Caritas die Fahrzeuge benötigt, sich mit den Nutzungspräferenzen anderer Interessenten überschneiden", so Hoffmann.

Abgesehen von der Caritas gebe es auch einige ernsthafte Anfragen von Kommunen, die ein E-Carsharing-Fahrzeug während der Dienstzeit nutzen möchten und dieses danach der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen, ergänzt Sascha Quadt, der bei der GGEW den Bereich E-Mobilität verantwortet. Auch mit zwei Hotels, die das Carsharing ihren Hotelgästen anbieten wollten, befände man sich in fortgeschrittenen Gesprächen. Eine zentrale Rolle beim weiteren Ausbau der Elektromobilität kommt laut Quadt dem Gewerbe zu. Die Nachfrage nach Ladesäulen von Firmen aber auch nach Wallboxen von Privatleuten im Vertriebsgebiet der GGEW sei im zweiten Halbjahr "extrem gestiegen". Beim Ladesäulenausbau kooperiert GGEW mit den Anbietern Ecotab und Mennekes.

"Netz weiter verdichten"

GGEW-Vorstand Hoffmann sieht sein Unternehmen mittlerweile in der zweiten Phase des Ladesäulenausbaus. Jetzt gehe es darum, das Nutzungsverhalten noch stärker zu verknüpfen mit der Infrastruktur und die Säulen vor allem in die Nähe von Wohnanlagen zu bauen, die keine Flächen für eigene Ladestationen haben. "Gleichzeitig wollen wir das Netz weiter verdichten, in dem wir ortsansässigen Autohäusern oder Unternehmen mit Fuhrpark Lademöglichkeiten zur Verfügung stellen", so Hoffmann.

Weiteren Schub könnte der Ladesäulenausbau im Kreis Bergstraße auch im Zuge der Stickstoffdioxid-Diskussion erhalten, auch die Stadt Bensheim weist erhöhte Werte auf. "Ich bin gespannt auf den Klimaschutzplan der Stadt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Elektromobilität dort einen entsprechenden Stellenwert erhält".  Die Strategie der GGEW in dem Geschäftsfeld sei auf die nächsten fünf bis zehn Jahre ausgelegt.  "Wir müssen weiter lernen, die Hausaufgaben im Netz noch machen. Wenn wirklich mal 20 E-Fahrzeuge in einer Straße gleichzeitig tanken, brauchen wir auch intelligentere Netztechnik", sagt Carsten Hoffmann.

"Flexibilität muss bepreist werden"

Jetzt könne man sich  Zug um Zug auf dieses Thema vorbereiten. Entscheidend werde dann auch das Thema Flexibilität sein, diese müsse bepreist werden. "Derjenige, der schnell lädt, muss einen anderen Preis zahlen als der, der über Nacht lädt." Die GGEW plant ihr Ladenetz künftig weiter sukzessive auszubauen, eine konkrete Zielgröße nennt der Vorstand nicht. Es sei aber möglich, dass auch außerhalb des eigenen Netzgebietes öffentliche Ladesäulen gebaut würden. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper