Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer konnte keine einzige Marke für Heimladestationen nennen.

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer konnte keine einzige Marke für Heimladestationen nennen.

Bild: © Wellnhofer Designs/AdobeStock

Heimladestationen haben in den Augen von Fahrern und Interessenten von Elektroautos viele Vorteile. Allerdings überblicken sie das komplexe Produkt nicht vollständig. Das ist ein Ergebnis der Studie der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners.

Erhöhte Flexibilität, günstigeres Laden im Vergleich zu öffentlichen Ladestationen sowie fehlende Lademöglichkeiten im täglichen Umfeld des Fahrzeughalters werden als Hauptvorteile angeführt. Zudem subventioniert die Regierung seit dem 24. November 2020 unter bestimmten Voraussetzungen private Ladestationen für Elektrofahrzeuge und deren Installation mit 900 Euro.

Voraussetzung für Förderung

Damit eine Hausladestation für die neue Förderung in Frage kommt, muss sie über eine Grundladeleistung von elf Kilowatt verfügen, mit anderen Elementen des Stromnetzes vernetzt werden können, zum Beispiel zur Steuerung der Ladeleistung und -zeit, und die Stromversorgung aus ökologischen Quellen beziehen. Damit entsprechen die Anforderungen den derzeitigen Kundenpräferenzen.

In der Umfrage wurden die Leistungsabgabe als wichtigster Produktwerttreiber identifiziert. "Diese Einschätzung ist nicht überraschend, da sich Konsumenten bei Unsicherheit an messbaren Größen wie eben der Ladeleistung oder dem Preis orientieren", sagt Andreas Hudelmaier, Partner und Automobilexperte bei Simon-Kucher.

Konnektivität erwünscht

Die Mehrheit der Kunden schätzt außerdem Konnektivitätsfunktionen an Ladestationen und ist dafür auch bereit zu bezahlen. Die Befragung hat ergeben, dass solche Features, wie zum Beispiel die Fernsteuerung und Überwachung oder Benutzerverwaltung, aber auch eine Schnittstelle zu Energiemanagement-Systemen im Haus die größte Bedeutung für die Nutzer hat.

Angesichts der aktuellen Preisunterschiede zwischen Ladestationen mit und ohne Konnektivitätsfunktionen von 450 bis 1500 Euro wird die neue Subvention von 900 Euro die Verbraucher vermehrt zu vernetzten Heimladestationen treiben. "Die Marktteilnehmer müssen sowohl die Kunden verstehen und aufklären als auch die Entwicklung der Produktwerttreiber und der Zahlungsbereitschaft in einem reifenden Markt mit Bedacht vorhersagen und ihr Portfolio entsprechend gestalten", sagt Hudelmaier.

Geringe Marktkenntnis

Die Studie zeigt auch, dass die Verbraucher den fragmentierten und wachsenden Markt noch nicht überblicken. Mehr als die Hälfte der deutschen Befragten war nicht in der Lage, eine einzige Marke für Heimladestationen zu nennen. Nur zehn Prozent konnten mehr als eine Marke nennen. Automobilzulieferer, wie beispielsweise Webasto, sind sehr bekannt für ihre Standheizungen, aber viele Verbraucher wissen gar nicht, dass bereits seit mehreren Jahren Ladelösungen angeboten werden.

Das fragmentierte Marktumfeld aus neuen und traditionellen Anbietern sowie der hohe Informationsbedarf über das Produkt führen außerdem zu einer starken Abhängigkeit der Kunden von den klassischen Verkaufsstellen. "Kunden bevorzugen derzeit noch den Kauf über Offline-Kanäle, zeigen sich aber grundsätzlich für Online-Angebote offen. Neben der Markenpositionierung werden die Hersteller also auch eine saubere Kanalstrategie entwickeln müssen", sagt Patrick Valentin, Director und Automobilexperte bei Simon-Kucher. (hp)















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